Wien: Medjugorje-Friedensgebet am 16. September im Stephansdom

Wien, 9.9.08 (KAP) Unter dem Motto "Message for you!" laden Gebets-Initiativen und Ordensgemeinschaften aus der Erzdiözese Wien am 16. September ab 16 Uhr in den Wiener Stephansdom zu einem "Gebet für den Frieden" ein. Im Mittelpunkt steht dabei der hercegovinische Ort Medjugorje. Seit 1981 übt Medjugorje große Anziehungskraft auf Gläubige aus aller Welt aus. Sechs Kinder hatten damals berichtet, dass ihnen beim Schafe-Hüten die Gottesmutter erschienen sei. Eines der "Seher-Kinder" von damals, der heute 43-jährige Ivan Dragicevic, wird beim Friedensgebet im Stephansdom zu Gast sein.

Ab 16 Uhr sprechen Gläubige über ihre persönlichen Erfahrungen in Medjugorje, um 17 Uhr steht eine Katechese mit Ivan Dragicevic auf dem Programm. Nach dem Rosenkranz-Gebet feiert Msgr. Leo Maasburg, der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich, um 19 Uhr mit den Gläubigen einen Gottesdienst, anschließend wird zum "Gebet für den Frieden" aufgerufen. Die Einladung zum Medjugorje-Gebet richtet sich besonders an Jugendliche und junge Familien, sowie an physisch und psychisch beeinträchtigte Menschen.

Die Marienerscheinungen in Medjugorje sind von den örtlichen Bischöfen und vom Heiligen Stuhl nicht anerkannt. Allerdings bezeugen viele Menschen, dass sie in Medjugorje den Glauben auf eine neue Art entdeckt haben. Auch die Tatsache, dass Medjugorje vom bosnischen Bürgerkrieg praktisch verschont blieb, wird als Beweis für die Echtheit der Phänomene ins Treffen geführt. Der Erzbischof von Sarajevo, Kardinal Vinko Puljic, hat im Juli bestätigt, dass der Vatikan eine Untersuchungskommission zur Prüfung der Vorgänge eingesetzt habe. Bereits die frühere Jugoslawische Bischofskonferenz hatte entsprechende Untersuchungen durchgeführt. Wörtlich sagte Puljic: "Die Kommission wird einerseits eine Untersuchung über die 'Erscheinungen' durchführen, andererseits aber auch die pastorale Aktivität der in Medjugorje tätigen Priester analysieren".

Der Erzbischof von Sarajevo hat in der Vergangenheit mehrfach versucht, im Konflikt zwischen dem Bischof von Mostar und den Franziskanern von Medjugorje zu vermitteln. Der Konflikt hat tiefe historische Wurzeln. Die Beurteilung der "Marienerscheinungen", die am 24. Juni 1981 begonnen haben, wurde in diesen Konflikt einbezogen.

Die historischen Wurzeln gehen in das 15. Jahrhundert zurück. 1449 nahm einer der bosnischen Kronprätendenten - Stefan Vuksic aus dem Haus Kosaca - den Titel eines "Herzogs vom Heiligen Sava" an. Seither wird die Landschaft im Südosten Bosniens "Hercegovina" (Herzogsland) genannt. Der jüngste Sohn des Herzogs trat zum Islam über und sollte als Ahmed Hercekoglu einer der wichtigsten Großwesire in der Geschichte des Osmanischen Reiches werden. In einer geheimen Kassette soll der Großwesir aber bis zu seinem Tod ein Kruzifix aufbewahrt haben, vor dem er insgeheim zu beten pflegte.

Als die Hercegovina osmanisches Territorium geworden war, zerschlugen die Behörden des Sultans die kirchliche Struktur, weil ständig die Befürchtung herrschte, die benachbarte Republik Venedig könnte mit Hilfe der Kirche Aufstände entfachen. Als katholische Seelsorger wurden von den Osmanen ausschließlich die Franziskaner zugelassen, denen keine politischen Kontakte nach Venedig unterstellt wurden. So blieb es bis zum Jahr 1878, als die Österreicher und Ungarn in Bosnien und der Hercegovina einmarschierten. Die neue österreichische Verwaltung stellte die kirchliche Struktur wieder her; schon damals zeigte sich aber die Schwierigkeit, die Franziskaner in die wiederhergestellte kirchliche Struktur mit Diözese und Pfarrgemeinden zu integrieren. (Informationen: Oktavian Eiselsberg, Tel. 0664/402.16.76, E-Mail: info@jg-online.at).(ende)
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