Winkler: "Entwicklungszusammenarbeit muss effektiver werden"

Staatssekretär Hans Winkler bei der internationalen Konferenz zur Steigerung der Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit

Accra (OTS) - "Die Entwicklungszusammenarbeit muss effektiver werden. Armutsbekämpfung kann nicht nur darin bestehen, die finanziellen Mittel jährlich zu erhöhen, vielmehr müssen auch die Qualität und die Wirksamkeit der Zusammenarbeit verbessert werden. Die Frage ist daher nicht nur, ob einzelne Projekte befriedigende Resultate bringen, sondern, ob darüber hinaus auch die gewählte Entwicklungsstrategie für ein Land oder eine Region die Lebensbedingungen der Menschen tatsächlich verbessert hat", so Staatssekretär Hans Winkler anlässlich einer internationalen Konferenz zur Steigerung der Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit in Ghana.

Winkler unterstrich die Wichtigkeit von fünf Maßnahmen, die zur Zielerreichung entscheidend sind - Eigenverantwortung; gemeinsame Programmentwicklung und Nutzung der vorhandenen Strukturen der Partnerländer; Arbeitsteilung zwischen den Gebern; Ergebnisorientierung, sowie beiderseitige Rechenschaftspflicht und Transparenz.

"Nachhaltige Entwicklung kann nur dort erreicht werden, wo die Betroffenen selbst über Geschwindigkeit und Form des Entwicklungsprozesses entscheiden können. Die Regierungen der Partnerländer müssen daher mehr Verantwortung übernehmen. Nur wenn die Regierungen und Institutionen, die Parlamente, die Bevölkerung, sowie auch die Medien aktiver in die Entwicklungsprozesse eingebunden werden, können wir die Lebensbedingungen der Menschen tatsächlich verbessern."

Winkler bezeichnete die große Anzahl an Gebern, oftmals verbunden mit verschiedenen entwicklungspolitischen Zielen, als problematisch. "Es muss uns in Zukunft gelingen noch mehr auf die Bedürfnisse des jeweiligen Partnerlandes einzugehen und deren Kapazitäten zu nützen. Es macht absolut Sinn, dass sich jeder Geber - in gegenseitiger Abstimmung - nur mehr auf jene Länder und Sektoren konzentriert, in denen er über spezielle Kompetenzen und Know-how verfügt", so der Staatssekretär.

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit hat in den letzten Jahren verstärkt eine geographische und thematische Schwerpunktsetzung vorgenommen. So konzentriert sich Österreich im Schwerpunktland Uganda zunehmend auf die Zusammenarbeit beim Aufbau eines gut funktionierenden Justizsystems und auf den Sektor Wasser und Siedlungshygiene. In zuletzt genanntem Bereich hat die OEZA nunmehr eine Führungsrolle in der Koordination der Geber und den Dialog mit der ugandischen Regierung übernommen. Durch die Umstellung auf sektorielle Budgethilfe in Kap Verde, Nicaragua, Mozambique und Uganda unterstützt Österreich nicht nur die Reform des Staatshaushaltes, sondern auch die Stärkung und den Aufbau funktionierender demokratischer Strukturen.

"Verantwortung und Transparenz auch in der Entwicklungspolitik - nur so lässt sich erkennen was tatsächlich erreicht und verbessert wurde.- Österreich, so Winkler, erarbeitet daher gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Partnerländern Bewertungssysteme aus, die Resultate nachweis- und nachvollziehbar machen. "Nur so können wir auch unserer Verantwortung den Bürgern gegenüber wirklich gerecht werden", betonte der Staatssekretär.

An der Konferenz nehmen neben Vertretern der Geber- und Partnerländer, die Europäische Kommission und internationale Organisationen, wie die Weltbank, der IWF, regionale Entwicklungsbanken und UNO Organisationen, sowie zahlreiche Vertreter der Zivilgesellschaft teil. Ziel der dreitätigen Konferenz ist die Überprüfung der Umsetzung der 2005 in Paris gesetzten Ziele ("Pariser Erklärung"), die Vertiefung der beiderseitigen Versprechen, sowie messbare Vorgaben, die durch Annahme einer "Accra-Agenda-for-Action" zu einer sichtbaren Erhöhung der Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit führen sollen.

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