"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Müllofen sucht ein Zuhause" (Von Peter Nindler)

Ausgabe vom 3. September 2008

Innsbruck (OTS) - Zuerst benötigt es einen Standort für einen Müllofen. Das hat jetzt auch die Politik erkannt.

Jahre wurden in der Tiroler Müllpolitik vergeudet, Millionen mussten an Strafzahlungen geleistet werden, weil das Land den Müll einfach verbuddelt und nicht vorbehandelt hat. Es war eine bittere Lektion für eine verfehlte Müllpolitik, die letztlich im Riederberg-Skandal gipfelte. Ex-Umweltlandesrat Hans Lindenberger hat neue Weichen gestellt, jetzt geht es nur noch um die rasche Umsetzung einer kostengünstigen Abfallentsorgung. Dass die Landesregierung erneut nach Optimierungs- und Beschleunigungspotenzial sucht und zugleich die nicht immer optimale Gesprächsbasis mit den Abfallverbänden verbessern möchte, ist ambitioniert. Denn trotz des Müllexports ab Jänner 2009 bleibt der Zeitdruck. Der Gleichschritt vom Chef der Innsbrucker Kommunalbetriebe, Elmar Schmid, mit Umweltreferent Hannes Gschwentner dürfte jedoch vieles einfacher machen. Die Müllverbrennung ist die favorisierte Lösung für die Zukunft, die eigentlich schon vor Jahren begonnene Diskussion über den Standort muss allerdings endlich abgeschlossen werden. Es gibt nicht viele geeignete Plätze für eine Verbrennungsanlage, einen eigenen Apparat für den Müllofen-Check benötigt es dafür nicht. Mit dem Standort, und das wissen alle Beteiligten, steht und fällt aber die gesamte thermische Müllbehandlung in Tirol. Planungs- und Betriebsfragen richten sich danach. Und angesichts der Teuerungswelle darf nicht ins Blaue geplant werden: Der Müllofen muss sich für die Bürger rechnen. Daran wird die Politik gemessen, zumal die Müllschlappe aus den vergangenen Jahren wie ein Damoklesschwert über ihr schwebt.

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