AUA-KV-Verhandlungen: Wirtschaftskammer und Management gegen Beschäftigte

Betriebsrat und Gewerkschaft lehnen Verschlechterungspaket entschieden ab

Wien (GPA-DJP/ÖGB) - Die Kollektivvertragsverhandlungen für die kaufmännischen und technischen Angestellten der AUA (Bodenpersonal) haben heute mit einer Debatte über ein von der Arbeitgeberseite vorgelegtes Verschlechterungspaket begonnnen. Die Wirtschaftskammer und das AUA Management verlangen unter anderem eine Arbeitszeitverlängerung für einzelne Beschäftigungsgruppen, die Änderung von Schichtarbeitszeitmodellen zum Nachteil der Betroffenen sowie die Reduzierung des erst vor kurzem gesetzlich verankerten Teilzeitzuschlages von 25 Prozent auf Fünf Prozent. Betriebsrat und GPA-DJP lehnen diese Vorgangsweise ab und starten Informationsoffensive unter Beschäftigten.++++

"Vor der Suche nach einer neuen Eigentümerstruktur ist dieses Verschlechterungspaket vor einem geplanten Eigentümerwechsel ohne Beispiel in der österreichischen Unternehmenslandschaft. Möglicherweise sollen die Beschäftigten noch rasch um einen Teil ihrer Rechte gebracht werden, zu diesen Vorhaben des AUA Managements wird es weder jetzt noch zu einem späteren Zeitpunkt unsere Zustimmung geben", erklärt Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-DJP) unmittelbar nach der ersten Verhandlungsrunde.

Alfred Junghans, AUA-Betriebsratsvorsitzender der kaufmännischen und technischen Angestellten, schließt die Zustimmung des Eigentümers bzw. des Eigentümervertreters OIAG zu einem derartigen Paket nicht aus, "möglicherweise soll die AUA noch rasch vor den Veränderungen für potentielle Käufer aufgeputzt werden" und sprach von einer "unfassbaren Vorgangsweise" der Arbeitgeber. "Wir verlangen eine faire Teuerungsabgeltung für die Beschäftigten. Die Gehaltsverhandlungen sind völlig unabhängig von einer Partnersuche zu sehen", so Junghans.

Die Verhandlungen endeten vorerst ohne Ergebnis, weil die Arbeitgeberseite das Verschlechterungspaket mit Angeboten zu den gewerkschaftlichen Forderungen junktimiert. "Wir fordern die Wirtschaftskammer und das AUA Management auf, einen konfliktfreieren Verhandlungsweg einzuschlagen, um weitere gewerkschaftliche Aktivitäten auszuschließen" so Junghans und Proyer unisono. In den nächsten Tagen ist eine umfangreiche Information der Belegschaft von Seiten des Betriebsrates und der GPA-DJP geplant.

ÖGB, 2. September 2008 Nr. 483

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