Pensionskassen: Langjähriges Ergebnis ausschlaggebend

Der Fachverband der Pensionskassen weist AK-Vorwürfe zu den Veranlagungsergebnissen der Pensionskassen als unsachlich zurück.

Wien (PWK635) - Innerhalb eines Veranlagungszeitraumes von
mehreren Jahrzehnten - wie er für Betriebspensionen relevant ist -sind große Schwankungen bei der Veranlagung möglich, entscheidend ist aber das Gesamtergebnis. Nur den kurzen Zeitabschnitt eines Jahres zu betrachten, ist irreführend und manipulativ und offensichtlich auf den derzeit laufenden Wahlkampf zurückzuführen.

Die heuer anhaltenden Turbulenzen an den internationalen Finanzmärkten wirken sich auf alle Veranlagungsformen - und daher auch auf die Pensionskassen - aus. Aus Gründen der Sicherheit veranlagen die heimischen Pensionskassen unter fünfzig Prozent des Kapitals in Aktien, der Hauptteil der Mittel ist in Anleihen und festverzinslichen Werten gebunden. Damit erreichen Österreichs Pensionskassen in sehr guten Aktienjahren zwar weniger Ertrag als Pensionskassen in anderen Ländern, in weniger guten Jahren dafür aber bessere Ergebnisse.

Den Vorwurf, dass die österreichischen Pensionskassen schlechter als die Kassen in anderen Ländern arbeiten würden, weist Fritz Janda vom Fachverband der Pensionskassen zurück: "Finnische Pensionskassen stehen derzeit bei minus 6,4 Prozent und in der Schweiz und anderen Ländern ist die Lage auch nicht besser. Die Performance ist ein internationales Thema und kein österreichisches."

Im langjährigen Durchschnitt erwirtschafteten die heimischen Pensionskassen ein Ergebnis von plus 6,8 Prozent pro Jahr, seit 1998 sind es 5,3 Prozent. Janda: "Es bringt nichts, die Menschen jetzt durch Übertreibungen zu verunsichern. Bei jeder langfristigen Veranlagung gibt es gute und weniger gute Jahre. Für die Pension zählt aber das Ergebnis über einen langen Zeitraum - und dabei schneiden die heimischen Pensionskassen mit fast sieben Prozent Ertrag sehr gut ab. Die Pensionskassen liegen daher weit über dem Ertrag des viel zitierten Sparbuchs."

Die von der PeKaBe (Schutzverband der Pensionskassenberechtigten) angestellten Berechnungen haben nichts mit der großen Mehrheit der Pensionskassenkunden zu tun. Sie betreffen eine Hand voll Verträge einzelner Großunternehmen. Viele Unternehmen, die Pensionskassenverträge mit hohem Rechnungszins abgeschlossen haben, haben namhafte Beträge nachgeschossen. Die meisten Berechtigten ließen sich diese Nachschüsse bar auszahlen. Das Geld zu nehmen und gleichzeitig eine Pensionskassenkürzung zu beklagen, lässt erkennen, dass manche Betroffenen das Augenmaß verloren haben.

Janda: "So schmerzlich eine Pensionskürzung auf Grund der Weltwirtschaftsentwicklung auch ist, eine Auslagerung in eine Pensionskasse verhindert, dass die Berechtigten von gestern auf heute keine Pension mehr bekommen - sei es aus Willkür oder wirtschaftlicher Notlage eines Arbeitgebers."

Pensionskassen in Österreich

In Österreich hat bereits eine halbe Million Menschen Anspruch auf eine Firmenpension. Bei Firmenpensionen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden. Die durchschnittliche Firmenpension beträgt monatlich 480 Euro. Insgesamt veranlagen die 19 Pensionskassen ein Vermögen von rund 13 Mrd. Euro. Sie sind damit der größte private Pensionszahler Österreichs.

Wie die Pensionskassen auf die aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten reagieren

Pensionskassen versuchen grundsätzlich nicht auf kurzfristige Trends an den Weltbörsen "aufzuspringen": Wenn die Märkte fallen, dann heißt das nicht, dass die Pensionskassen aggressiv verkaufen und wenn die Märkte steigen, dann bedeutet das nicht, dass die Pensionskassen aggressiv kaufen. Denn: Solchen Phasen "nachzulaufen", bringt langfristig Verluste für die Anleger.

Die Pensionskassen verwalten ein breit diversifiziertes Portfolio aus qualitätvollen Werten, die über viele Jahre beobachtet, geprüft und gehalten werden und langfristig entsprechenden Wertzuwachs bringen. Über Jahrzehnte gesehen kommt es immer wieder kurzfristig zu Einbrüchen im Gesamtmarkt, die auch die von den Pensionskassen gehaltenen Werte betreffen. Langfristig ist die konsequente Veranlagungspolitik der Pensionskassen jedoch erfolgreich, wie man an der Entwicklung der Performance seit Gründung in den 90er Jahren sehen kann.

Da das Pensionsvermögen eines Berechtigten über einen Zeitraum von dreißig oder mehr Jahren veranlagt wird, zählt letztlich der Wertzuwachs der gesamten Periode und nicht die Momentaufnahme eines Jahres. (BS)

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband der Pensionskassen
Dr. Fritz Janda
Tel.: (0) 5 90 900-4108
E-Mail: fvpk@wko.at
Web: http://www.pensionskassen.at

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