Neues Volksblatt: "Viel Wind" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 1. September 2008

Linz (OTS) - Es hat ein paar Tage gedauert, doch schlussendlich
hat sich auch in der SPÖ die Meinung durchgesetzt, dass in Zeiten wie diesen die Halbierung der Mehrwertsteuer auf Kaviar weder sinnvoll ist noch einen guten Eindruck macht. SPÖ-Chef Werner Faymann, der das Windei als sozialpolitische Großtat im Kampf gegen die Teuerung verkaufen wollte, rudert deshalb zurück. Er will Gespräche mit den Handelsketten führen, ob es möglich ist, Luxusgüter von der Steuersenkung auszunehmen; sagt er.
Nicht gesagt hat uns Faymann bisher, worüber er mit den Handelsketten reden will. Wo endet denn nach Meinung der SPÖ das Lebensmittel und wo fängt das Luxusgut an? Sind teure Spezialbrote noch ein Lebensmittel oder schon ein Luxusgut?
Kompliziert wird es auch bei den Leberpasteten von Schwein, Kalb und Gänsen. Wo zwischen Borsten- und Federvieh liegt die Grenze zwischen vollem und halbem Mehrwertsteuersatz?
Das wird eine Heidenarbeit für Faymann und die Handelsmanager, die einzelnen Produktgruppen durchzuackern.
Aber vielleicht ist das ja die Strategie: Bis zur Wahl viel Wind machen - und dann kann man die Sache ohnehin vergessen. Alles schon einmal da gewesen!

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