Bienen und Drohnen: Haider bedient sich ewiggestriger Allegorie

LGF Passegger kritisiert - bewusste oder unbewusste - Verwendung von Nazi-Terminologie

Klagenfurt (SP-KTN) - Mit seinem (ewig) gestrigen Zitat: "Die
Biene ist in Wirklichkeit ein tolles Symbol. Denn die Bienen haben die Fähigkeit, den Staat, so zu gestallten, dass sie immer dann, wenn zu viele Drohnen da sind, sich der Drohnen entledigen" habe sich Jörg Haider einmal mehr einer nationalsozialistischen Tierallegorie bedient, deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen, kritisierte am Sonntag der Landesgeschäftsführer der SPÖ Kärnten, Gerald Passegger, auf das Schärfste. Haider habe wieder einmal -bewusst oder unbewusst - auf Nazi-Terminologie zurückgegriffen und einen unverzeihlichen Nazi-Sager geliefert.

"Bienen und Drohnen" war laut der freien Enzyklopädie Wikipedia auch ein Titel einer Ausgabe der "Politischen Bilderbogen". Diese waren eine antisemitische Karikaturenserie, die zwischen 1892 und 1901 in loser Folge zu je 30 Pfennig das Stück erschien. Jede der 33 Nummern wurde als großformatiges Faltblatt (40 x 60 cm) gedruckt, das aufgeklappt eine antisemitische Karikatur oder Bildergeschichte in Posterform freigab. Auf der Rückseite befand sich ein erläuternder Text, der teilweise auch weitergehende Betrachtungen zur "Judenfrage" anstellte.

Ein antisemitischer Subtext aus dieser Zeit lautet:

"Was nützt doch aller Fleiß der Arbeitsbienen,
Sie müssen stets den faulen Drohnen dienen,
Die ihres Fleißes Frucht verzehren
Und dabei schrecklich sich vermehren!"

Dadurch gegenübergestellt wurde damals: Der "ehrlichen" Arbeit die "unehrliche", dem Fleiß die Faulheit, der Produktivität das Schmarotzertum, dem Mangel der Überfluss, der ökonomischen Abhängigkeit die Kontrolle des Wirtschaftslebens - und dies alles vor dem Hintergrund eines wachsenden Bedrohungsszenariums für den einzelnen und die Gesellschaft.

Diese Tierallegorie wurde später nachweislich von den Nazis aufgegriffen.

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