Chef verletzte Kochlehrling absichtlich: AK Kärnten half dem Opfer

Klagenfurt (AKK) - Im wahrsten Sinne "heiß her" ging es für einen Kochlehrling an seinem Ausbildungsplatz in einem Südkärntner Restaurant. Der Chef führte in der Küche vorsätzlich schwere Verbrennungen an der Hand des Jugendlichen herbei. Das Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden und löste daraufhin mit Hilfe der Arbeiterkammer Kärnten sein Lehrverhältnis berechtigt vorzeitig auf.

Verärgert war der Restaurant-Inhaber am Tag des Geschehens nicht nur über eine Hand voll später Gäste, derentwegen er von zuhause noch einmal in die Gasthausküche fahren musste, sondern auch darüber, dass der Kochlehrling bei seinem Eintreffen die Suppen noch nicht angerichtet hatte. Offenbar wollte der Chef dann "nachhelfen" und presste die Hand des Lehrlings fest um den heißen Griff eines Siebes, mit dem dieser die Frittaten in einem Topf mit kochendem Wasser aufwärmen sollte. Dabei erlitt der Jugendliche schwere Verbrennungen, die er im Krankenhaus behandeln lassen musste.

"Erschreckend ist, dass Vorfälle wie dieser leider keine Ausnahme mehr sind", weiß Dr. Helmut Krainer, Leiter der Jugendschutzabteilung der Arbeiterkammer Kärnten."Das Gastgewerbe ist nicht nur durch solche Ereignisse als Sorgenkind bekannt. Häufig kommt es auch vor, dass Lehrlingsentschädigungen nicht oder nur geringe Teile davon ausbezahlt werden oder die Arbeitszeit bei Lehrlingen nicht eingehalten wird", betont der AK-Jugendschützer.

Das Opfer der vorsätzlichen Körperverletzung meldete den Vorfall übrigens beim Arbeitsinspektorat, das daraufhin eine Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelte. Der Jugendliche wandte sich auch an die Arbeiterkammer Kärnten, die ihm half, sein Lehrverhältnis berechtigt vorzeitig aufzulösen. Der Lehrlings- und Jugendschutz der AK Kärnten forderte den Chef außerdem auf, die ausständige Lehrlingsentschädigung, Urlaubs- und Überstundenersatzleistungen sowie einen Schadenersatz von drei Monatsgehalten, der allein über 2.200 Euro ausmacht, zu bezahlen. Sollte der Lehrherr diesen Forderungen nicht nachkommen, wird die Arbeiterkammer Kärnten weitere Schritte setzen und den Lehrling notfalls vor Gericht vertreten.

Lehrlinge, die ungerecht oder sogar brutal von ihren Arbeitgebern behandelt werden, können sich mit ihren Problemen jederzeit an den Lehrlings- und Jugendschutz der AK Kärnten wenden. Telefon 050 477 -1000.

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