Wlodkowski: Bauern erhalten keine Steuergeschenke

Hohe Betriebsmittelpreise erhöhen Vorsteuerbelastung und drücken Erlöse

Wien (OTS) - "Die Bauern erhalten keine Steuergeschenke. Denn die Umsatzsteuerpauschalierung bringt zwar eine Verwaltungsvereinfachung, aber keine Begünstigung für die Bauern. EU-rechtlich darf sie das auch gar nicht. Darüber hinaus ist es demokratiepolitisch ziemlich bedenklich, wenn die gesetzliche Vertretung aller Arbeitnehmer mit fachlich absolut falschen Behauptungen versucht, in alter Klassenkampfmanier Neidgefühle gegen die Bauern zu schüren, nur um einen sozial und auch ökonomisch völlig verfehlten Vorschlag zur Senkung der Umsatzsteuer bei Lebensmitteln argumentativ schönzureden. Auch wenn Wahlkampf ist, sollte sich die Arbeiterkammer nicht zum Handlanger einer Partei machen", zeigt sich Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, über jüngste Aussagen von AK-Angestellten verwundert.

Wie funktioniert Steuerpauschalierung?

Das Wesen der Umsatzsteuerpauschalierung, die durch EU-Recht für das ganze Gemeinschaftsgebiet vorgesehen ist, besteht darin, dass der pauschalierte Landwirt - im Gegensatz zu anderen Unternehmern - nicht berechtigt ist, die Vorsteuern, die er (für Betriebsmittel, Maschinen etc.) bezahlt hat, vom Finanzamt zurückzuverlangen. Als Ausgleich dafür kann er die Umsatzsteuer, die er bei der Veräußerung seiner Produkte vereinnahmt, behalten. Der dabei anzuwendende Umsatzsteuersatz ist so zu berechnen, dass die Landwirte keine Erstattungen erhalten, die über die Vorsteuerbelastung hinausgehen. Aufgrund der Tatsache, dass viele Vorleistungen und Produkte, die der Landwirt benötigt, dem Normalsteuersatz von 20%, manche aber auch dem ermäßigten Steuersatz von 10% unterliegen, ist klar, dass es sich beim pauschalen Steuersatz um einen Durchschnittssatz handelt. Dieser wurde zuletzt (ab dem Jahr 2000) mit 12% (für Umsätze, die an Unternehmer erbracht werden, sonst 10%) festgesetzt.

Pauschaler Steuersatz zu niedrig

"Während die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Getreide oder Milch seit Monaten wieder sinken, sind die Kosten der Bauern bei Treibstoff, Dünger und anderen Betriebsmitteln nahezu explodiert. So kostet heute Dünger doppelt so viel und Diesel um 36% mehr als im Vorjahr. In einer solchen Situation wider besseres Wissen den Bauern 'versteckte Subventionierung' vorzuhalten, ist schon ein starkes Stück. Aufgrund der seit dem Jahr 2000 also stark gestiegenen Betriebsmittelpreise und der damit einhergehenden Vorsteuerbelastung hätte dieser Durchschnittssatz schon längst nach oben korrigiert werden müssen, wie dies die LK Österreich ja auch wiederholt verlangt hat. Auch das EU-Recht würde ja eigentlich eine regelmäßige Neuberechnung des Durchschnittssatzes vorsehen", betont Wlodkowski. (Schluss)

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