FP-Mahdalik: Persönliche Stellungnahme zum UVP-Verfahren 3. Piste

FPÖ sagt 3. Piste den Kampf an

Wien, 28-08-08 (OTS) - Der Wiener FPÖ-Fluglärmsprecher LAbg. Toni Mahdalik hat stellvertretend für die Wiener Freiheitlichen und über 300.000 fluglärmgeschädigte Menschen in Wien gemäß § 9 Abs. 5 UVP-G 2000 betreffend das Vorhaben Parallelpiste 11R/29L Flughafen Wien AG; Genehmigungsantrag nach UVP-G 2000 vom 1.3.2007 folgende persönliche Stellungnahme abgegeben.

Nach § 17 Abs. 1 und 2 UVP-G liegen die Genehmigungsvoraussetzungen dafür nicht vor. Der Antrag ist daher abzuweisen.

Begründung:

Ich wohne im 22. Wiener Gemeindebezirk und bin als Esslinger so wie mehr als 300.000 Menschen in der Bundeshauptstadt massiv vom Fluglärm betroffen, der ungestörten Schlaf bzw. Erholung unmöglich macht und zu ernsten Gesundheitsschäden führen kann. Auch an Wochenenden ist auf Grund der inakzeptablen Fluglärmbelastungen an Erholung nicht zu denken. Durch das Vorhaben Parallelpiste 11R/29L Flughafen Wien AG, Genehmigungsantrag nach UVP-G 2000 vom 01.03.2007, ist in Donaustadt so wie in den anderen vom Fluglärm betroffenen Bereichen der Bundeshauptstadt in den Bezirken 10,11,12,13,14,15,16,17 und 23 mit unzumutbaren Belästigungen und Gesundheitsgefährdungen durch Lärm und Schadstoffe zu rechnen.

Als durch die zu erwartenden Auswirkungen des gegenständlichen Vorhabens massiv betroffener Nachbar nehme ich daher gem. § 9 Abs. 5 UVP-G 2000 zu dem Vorhaben wie folgt Stellung:

Die gravierende Steigerung der Flugbewegungen durch den Bau der 3. Piste würde die Lärm- und Luftschadstoffbelastung auch in meinem Wohnbereich so wie fast im gesamten Gebiet der Anrainergemeinde massiv erhöhen. Dies würde meine Familie und mich besonders betreffen, da wir im Bereich einer Flugroute wohnen.

Die Schallemissionen stellen insbesondere am Abend und in der Nacht eine unzumutbare Lärmbelastung dar, reißen uns mehrmals pro Nacht aus dem Schlaf und gefährden dadurch unsere Gesundheit.

Die Auswirkungen des erhöhten Flugbetriebes belasten die Umwelt in unserem Wohnbereich in drastischer Art und Weise und schädigen bleibend Boden, Gewässer, Luft sowie Fauna und Flora in diesem Gebiet. Wertvolle Erholungs- und Naturräume in meiner unmittelbaren Umgebung werden so nachhaltig beschädigt. Das Projekt beeinträchtigt auch das Klima und steht mit diesbezüglich relevanten Emissionen im Widerspruch zur notwendigen Reduktion von Treibhausgasen.

Durch Feinstaub und ähnliche Schadstoffe würden meine Familie und ich einer gravierend erhöhten Belastung ausgesetzt und somit noch mehr als bisher durch gesundheitliche Schäden bedroht. Diese Belastung wird in der UVE bagatellisiert und ist unvollständig bzw. verzerrt dargestellt.

Die Bewertung der tatsächlichen Maximal-Lärmbelastung ist in der UVE mit der umweltmedizinischen und -hygienischen Beurteilung nach Mittelwerten ungenügend vorgenommen worden. Die Schallemissionen sind meiner Meinung nach anhand der maximalen Einzelschall-Ereignisse zu bewerten.

Bisherige bereits UVP-pflichtige Ausbaumaßnahmen sowie der genehmigte Altbestand wurden nicht berücksichtigt, wodurch die Auswirkungen des Projekts unvollständig erfasst und das Nullszenario 2020 falsch angesetzt wurden. Das Prognoseszenario 2020 entspricht damit auch nicht der mit dem Projekt erzielbaren Maximalkapazität.

Mein Eigentum bzw. meine sonstigen Rechte als Nachbar würden durch die massiv gesteigerten Umwelt- und Lärmbelastungen stark beeinträchtigt. Der Wert meines Kleingartenhauses in Essling würde in seinem Wert drastisch gemindert werden. Das Projekt würde zu einem nicht kompensierbaren Verlust an Erholungs- und Nutzungswert meines Objektes bzw. meines Wohn- und Freizeitraums führen.

Die Errichtung der 3. Piste würde bei massiv gesteigertem Flugaufkommen unter anderem eine deutliche Erhöhung der jetzt bereits inakzeptablen Belastungen der Bewohner im Bereich der An- und Abflugrouten der Piste 16/34 mit sich bringen, die bei bestimmten Wetterlagen Hauptanflugroute ist.

Da sowohl mein Wohn- als auch mein Arbeitsbereich innerhalb der Anrainergemeinde Wien liegen, würde ich auch am Arbeitsplatz von den deutlich erhöhten Emissionen betroffen sein.

Die im Österreichvergleich höhere Sterblichkeitsrate in der Ostregion würde durch das Projekt weiter ansteigen.

Der Standort des Flughafens Schwechat ist für die Funktion eines Zentralflughafens (Drehscheibe) durch seine geringe Entfernung zum dicht bewohnten Siedlungsgebiet absolut ungeeignet.

Der Bedarf für den Bau einer 3. Piste ist nicht gegeben

Durch das Vorhaben Bau der Parallelpiste 11R/29L am Flughafen Wien Schwechat sind insbesondere gemeinsam mit den bestehenden Anlagen so nachhaltig negative Auswirkungen vor allem durch Emissionen von Lärm und Luftschadstoffen zu erwarten, dass meine Gesundheit und meine dringlichen Rechte schwerwiegend gefährdet bzw. verletzt würden. Ich bin daher als Nachbar in meiner Gesundheit bzw. meinem Leben gefährdet und in meinen dringlichen Rechten massiv beeinträchtigt.

Das gegenständliche Vorhaben ist nicht umweltverträglich! (Schluss)am

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