Pirklhuber: EU-Höchstmengenregelung bei Pestiziden zurück an den Start

Vorsorgeprinzip ist lückenlos anzuwenden, Risikobewertung ist zu verbessern

Wien (OTS) - "Die EU-Kommission muss die heute präsentierte Studie von Global 2000 und Greenpeace, aus der hervorgeht, dass die EU-weit gültige Höchstmengenregelung für Pestizide gesundheitlich schwer bedenklich ist, zum Anlass nehmen, die entsprechende EU-Verordnung unter die Lupe zu nehmen und zu reformieren. Sämtliche Höchstwerte sind im Sinne des Vorsorgeprinzips zu bewerten und alle gesundheitlich bedenklichen Höchstmengen sofort herabzusetzen", fordert der Sprecher der Grünen für Lebensmittelsicherheit Wolfgang Pirklhuber. Besonders gravierend sei auch, dass bei der Risikobewertung mögliche Kombinationswirkungen zwischen den Pestizidwirkstoffen ("Cocktaileffekt") von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA außer Acht gelassen wurden. "Bisher wurden in Österreich trotz zunehmender Mehrfachrückstände bei Pestiziden keine Summengrenzwerte festgesetzt wurden", kritisiert Pirklhuber.

Pirklhuber weist auch auf alarmierende Ergebnisse bei der Untersuchung von Pestizidrückständen bei Obst und Gemüse in Österreich hin: "Die in der Schädlingsbekämpfungs-Höchstwerteverordnung festgelegten Höchstwerte wurden massiv überschritten. Im Jahr 2006 wurden bei 662 durchgeführten Proben in 47 (7,1%) Fällen die zulässigen Höchstgrenzen überschritten. Die größte Anzahl an Höchstwertüberschreitungen ist bei Kopfsalat zu verzeichnen", erläutert Pirklhuber.

Abschließend weist Pirklhuber auf einen Erfolg der Grünen im Europäischen Parlament hin. Hiltrud Breyer, Grüne Abgeordnete im Europäischen Parlament und Berichterstatterin über die Zulassung von Pestiziden hat ein klares Verbot gefährlicher Pestizide gefordert und einen Abstimmungsbeschluss erreicht, wonach krebserregende, erbgut-und fortpflanzungsschädigende Pestizide in Hinkunft nicht mehr zugelassen werden dürfen. Der Gesetzentwurf, für den noch eine zweite Lesung erforderlich ist, könnte ab 2009 in Kraft treten. Breyer nannte das Ergebnis der Abstimmung eine "Sternstunde" für den Gesundheits- und Verbraucherschutz in der EU. "Die Abgeordneten haben sich nicht von der Panikmache der Chemie- und Agrarlobby anstecken lassen", erklärte sie.

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