AK fordert Korrektur der Verteilungsschieflage in Oberösterreich

Linz (OTS) - Die Ungleichheit der Einkommensverteilung in Oberösterreich nimmt zu. Das belegt eine Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) im Auftrag der AKOÖ. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert daher eine rasche Steuerentlastung für alle Arbeitnehmer/-innen, besonders durch Absenkung des unteren Lohnsteuersatzes, einen Steuerbonus für geringe Einkommen und eine gerechtere Pendlerpauschale. Dringend nötig, so Kalliauer, sei auch eine Verbesserung der Erwerbschancen von Frauen.

Die WIFO-Studie zeigt, dass auch in Oberösterreich der Anteil der Löhne am Volkseinkommen im letzten Jahrzehnt gesunken ist. Und die Verteilung der Einkommen ist in Oberösterreich zwar - noch -gleichmäßiger, sie entwickeln sich aber rascher auseinander als in anderen Bundesländern, und die Unterschiede nach Geschlechtern sind größer.

Von 1995 bis 2006 blieben in Oberösterreich die Lohnsteigerungen jährlich im Schnitt um 0,3 Prozentpunkte hinter den Produktivitätszuwächsen zurück. Der Lohnspielraum konnte also nicht zur Gänze genutzt werden. Und während die Einkommen im Sachgüterbereich im Schnitt stärker wuchsen als im übrigen Österreich (3,1 zu 2,8 Prozent), blieben jene im Dienstleistungssektor hinter dem Bundeswert zurück (1,8 zu 2,1 Prozent).

Für die steigende Ungleichheit der Einkommensverteilung ist vor allem die hohe Dynamik an den Einkommensrändern verantwortlich. Während die Einkommen des einkommensschwächsten Viertels von 1995 bis 2006 stagnierten, legte das oberste Viertel inflationsbereinigt jährlich um 2,2 Prozent zu.

Oberösterreich weist überdurchschnittliche Männer- und unterdurchschnittliche Fraueneinkommen auf. Der Einkommensunterschied liegt bei fast 39 Prozent (Österreich 33 Prozent) und stieg in den letzten Jahren stärker als im Bundesschnitt. Hauptgrund ist die hohe Konzentration von Frauen in Branchen und Berufen mit niedrigen Löhnen und Karrierechancen.

Einkommensunterschiede zwischen den Bezirken, die bis zu 30 Prozent ausmachen, werden durch die hohen Auspendelquoten aus den einkommensschwachen in einkommensstärkere Bezirke etwas gemildert. Maßnahmen zur Erleichterung der Mobilität, wie die Umgestaltung der Pendlerpauschale, seien daher besonders wichtig, so Kalliauer: "Für eine bestimmte Wegstrecke soll unabhängig vom Einkommen derselbe Betrag zustehen."

Zur Verbesserung der Erwerbschancen von Frauen fordert Kalliauer einen Rechtsanspruch auf beitragsfreie und bedarfsgerechte Kinderbetreuung, frauenspezifische Berufsorientierung und Ausbildungsangebote auch in nicht traditionellen Berufen sowie die Bindung öffentlicher Aufträge und Förderungen an Erfolge bei der betrieblichen Gleichstellung.

"Besonders wichtig sind jetzt aber eine Steuerpolitik, die alle Arbeitnehmer/-innen entlastet und eine Lohnpolitik, die den Wohlstandszuwachs gerecht verteilt", sagt der AK-Präsident.

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