Alpbach: Austrian Biotech Industry fordert Biotech-Offensive

Zacherl: Nationalen Schulterschluss nötig, um Zukunftspotenziale der Wachstumsbranche Biotechnologie zu heben

Wien (PWK625) - Die Austrian Biotech Industry (ABI), die Branchenvertretung der österreichischen Biotech-Unternehmen, macht sich im Rahmen der diesjährigen Alpbacher Wirtschaftsgespräche für einen nationalen Biotech-Schulterschluss stark. "Die Biotech-Branche zählt zu den wichtigsten Zukunftsbranchen weltweit. Österreich muss heute das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Committment abgeben, welche Zukunftsmärkte erschlossen werden sollen und wie sich das Land im internationalen Standortwettbewerb positionieren will", skizziert der Obmann der Austrian Biotech Industry, Nikolaus Zacherl, die Ausgangslage. Die Biotech-Branche hat in Österreich ein enormes Wachstumspotenzial, das durch geeignete politische Maßnahmen gehoben werden kann. "Erforderlich ist eine von allen politischen Kräften getragene Biotech-Offensive, die jener der IKT-Offensive in nichts nachsteht", so Zacherl.

Arbeitskreis der ABI bei den Wirtschaftsgesprächen in Alpbach

Um das Bewusstsein für die Potenziale der Branche zu erhöhen und auf breiter Basis zu diskutieren, was die zentralen Vorraussetzungen für die Realisierung der Chancen sind, veranstaltete die ABI im Rahmen der Alpbacher Wirtschaftsgespräche einen Arbeitskreis. Die Podiumsdiskutanten waren Top-Experten und Spitzenvertreter aus Wirtschaft und Politik: Helmut Schmutz (CEO Sciotec), Gerd Zettlmeissl (CEO Intercell AG), Hartmut Ehrlich (Vorstand Baxter AG, Wien), Rüdiger Herrmann (Rechtsanwalt, Frankfurt am Main), Michael Ikrath (Abg.z.NR, Generalsekretär Sparkassenverband), Martin Ohneberg (Präsident YES und JI, Soravia Gruppe), Nikolaus Zacherl (Obmann ABI),

Zentrale Forderungen der ABI an die Politik

"Jedes Ende bietet die Chance auf einen Neuanfang" betonte Zacherl in Richtung Politik und hob einige der zentralen Positionen der ABI für die Regierungsverhandlungen nach der Neuwahl hervor. Um die Zukunftspotenziale der Biotech-Branche in Österreich zu nutzen, diesem Innovations- und Jobmotor zu noch mehr wirtschafts- und gesundheitspolitischer Leistungsstärke zu verhelfen und damit Österreich im internationalen Standortwettbewerb auch eine bessere Ausgangslage zu eröffnen, gilt es, mehreren zentralen Erfordernissen nachzukommen.

Gefordert ist eine Kapitalmarktinitiative mit mutigen Akzenten, damit ein im internationalen Vergleich attraktives Kapitalmarktumfeld als Wachstumsmotor für den Wirtschaftsstandort Österreich entstehen kann. "Das Kapitalmarktstärkungsgesetz war ein erster, aber in weiten Teilen leider noch praxisfremder Schritt", so Zacherl. Der erleichterte Zugang zu Risikokapital und Venture Capital ist eines der dringendsten standortpolitischen Gebote der Stunde.

Ebenso entscheidend wie eine Finanzierung in der Startphase ist eine gesicherte Wachstumsfinanzierung. Denn gerade in den Wachstumsjahren bleiben die besten Ideen oft auf der Strecke (insbesondere in der Biotech-Branche, in der die Markteinführungszeiten durchschnittlich rund 10 Jahre betragen).

Optimierung der Forschungsförderung einschließlich der Umsetzung der Forschungsergebnisse in wirtschaftliche Wertschöpfung sowie naturwissenschaftliche Ausbildungsoffensive

Die Forschungsquote im Bereich Life Science hat im internationalen Bereich noch großen Aufholbedarf. Das Translational Research (Übergang von der akademischen Forschung zu Forschung und Wertschöpfung in Unternehmen) soll gezielt und fachgerecht gefördert und durch spezialisierte Einrichtungen unterstützt werden. Damit kann auch akademische Grundlagenforschung zu einem interessanten Partner der Industrie sowie zur Basis eine neue Unternehmensgründungs-Offensive werden. Zur Erhöhung des dringend benötigten Forschernachwuchses muss die Attraktivität der naturwissenschaftlichen Ausbildung bereits sehr früh in der Schule aufgezeigt, und im weiteren Bildungsweg konsequent unterstrichen werden.

Effektive und effiziente Headquarterpolitik

Österreich braucht mehr denn je auch in der Forschung eine intelligente und vernetzte Headquarterstrategie, um bestehende Headquarters in Österreich zu halten und neue anzusiedeln. In diesem Kontext sind hochqualifizierte Arbeitskräfte, Incentives für den Zuzug ausländischer Spizenkräfte sowie eine Stärkung der Attraktivität des österreichischen Headquarter-Standortes durch die Erleichterung der Projektanbindung an nationale und internationale Forschungspartner von größter Bedeutung.

"Wie auch immer die künftige Regierungskonstellation aussehen wird. Die ABI steht im Interesse des Landes jederzeit als erfahrener und international vernetzter Gesprächspartner bereit", betonte Zacherl namens der Branche abschließend.

Über die Austrian Biotech Industry (ABI)
Die Austrian Biotech Industry ist im Fachverband der Chemischen Industrie der WKÖ angesiedelt und die freiwillige Interessenvertretung der heimischen Biotechnologie-Unternehmen. Sie repräsentiert rund 95 Prozent der österreichischen Biotechnologie-Wertschöpfung. Zu den Mitgliedern der ABI zählen etablierte Unternehmen ebenso wie junge Start-ups aus den Bereichen biomedizinischer und industrieller Biotchnologie. Die ABI garantiert als Interessenvertretung ihrer Mitgliedsunternehmen fundierte Information zur ausgewogenen Meinungsbildung im Bereich Life Science und Biotechnologie. Die Branche beschäftigt 7.300 Mitarbeiter, der jährliche Umsatz liegt bei 1,9 Mrd. Euro. Sie zählt mit einer Forschungsquote von 18 % und jährlichen F&E Ausgaben in der Höhe von 345 Mio. Euro schon heute zu den forschungsintensivsten Branchen Österreichs. (US)

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Dr. Franz Latzko
Austrian Biotech Industry - ABI
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Tel: +43(0)590900 - 3367
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