Forschung für Patienten

Wien (OTS) - Die AUVA steht für Forschungserfolge und
-perspektiven in der Behandlung und Rehabilitation von Unfallopfern. Dr. Johannes Hahn, Bundesminister für Wissenschaft und Forschung, machte sich bei seinem Besuch im Forschungszentrum für Traumatologie der AUVA selbst ein Bild von dem respektablen Forschungskonzept.

Zur Optimierung ihrer vier Kernaufgaben - der Prävention, der Unfallheilbehandlung, der Rehabilitation und der Rentenleistung - ist die Forschung ein wesentliches Anliegen der AUVA. "Die konsequente und intensive Forschung trägt dazu bei, die Qualität der Unfallbehandlung zu heben und dadurch die Patientinnen und Patienten schneller gesund zu machen und ins Erwerbsleben rückzuführen. Das spart wiederum Behandlungs- und Rentenkosten", hebt der Obmann der AUVA, Dr. Hans Jörg Schelling, hervor. Darauf basierend, ist die Forschungstätigkeit der AUVA primär auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten ausgerichtet. Die Ergebnisse sollen ihnen möglichst rasch und unmittelbar zugute kommen und die Qualität der Behandlung laufend verbessern. Bundesminister Hahn zeigte sich vom Forschungskonzept und von den Tätigkeiten des Forschungsinstituts tief beeindruckt: "Es ist bemerkenswert zu sehen, dass nicht nur die Versorgung der Patienten, sondern auch die Forschung auf höchstem Niveau stattfindet."

Experimentelle und klinische Forschung unter einem Dach

Die intensive Forschungstätigkeit findet sowohl vor Ort in den Unfallkrankenhäusern und Rehabilitationszentren der AUVA als auch in eigenen Instituten statt. Die AUVA erfüllt damit ihren gesetzlichen Auftrag des ASVG zur "Forschung nach den wirksamsten Methoden und Mitteln zur Erfüllung dieser Aufgaben" (§ 172). Sie kooperiert dabei nicht nur mit österreichischen und internationalen Universitätskliniken und Forschungsinstituten, sondern betreibt auch seit vielen Jahren ein eigenes Forschungszentrum für Traumatologie in Wien, das sowohl das Forschungsinstitut für Traumatologie der AUVA als auch das Ludwig-Boltzmann-Institut für Experimentelle und Klinische Traumatologie umfasst.

Das Einzigartige des Forschungszentrums für Traumatologie der AUVA ist seine sogenannte Translationalität. Das heißt, dass - anders als in der üblichen Forschung - Experiment und Anwendung in engem Zusammenhang stehen. "Durch die einzigartige Verbindung von experimenteller Forschung und klinischer Anwendung verfügen die Forschungsinstitute der AUVA über weltweite Kontakte zum Austausch von Forschungsergebnissen", erläutert Prof. Dr. Hartmut Pelinka, Ärztlicher Direktor der AUVA. Der internationalen und besonders der intensiven EU-Vernetzung zollte auch Bundesminister Hahn seine Anerkennung: "Die Interdisziplinarität und der Erfahrungsaustausch ist vor allem in der Forschung sehr wichtig. Das Funktionieren des EU-weiten Netzwerkes und auch die Verwirklichung des translationalen Prinzips finde ich beispielgebend."

Neben dem Forschungszentrum finanziert die AUVA zusätzlich das Ludwig-Boltzmann-Institut für Osteologie. Auch das Forschungsinstitut für Orthopädietechnik (FIOT) wird von der AUVA mitgetragen. Darüber hinaus ist die AUVA ein Gründungsmitglied des Ludwig-Boltzmanns-Instituts für Health Technology Assessment (HTA).

Innovationen für den Patienten

Die großen Fortschritte in der Ersten Hilfe und in der Notfallmedizin sowie in der Behandlung und Rehabilitation von Unfallopfern beruhen auf konsequenter wissenschaftlicher Forschung.

Die Wiedererlangung des Tastsinnes durch ein sensorisches Reeducation-Rehabilitationsverfahren, die Erforschung spezieller Marker zur Überwachung von Schädel-Hirn-Traumata, Projekte zum Thema Knorpelregeneration oder Sehnen- und Brandersatzverfahren sind nur einige wenige Beispiele der patientenbezogenen Forschung der AUVA.

"Ein Jubiläum feiert in diesem Jahr der Fibrinkleber, ein spezieller, von unserem Institut entwickelter Klebstoff, der vor 30 Jahren erstmals eingesetzt wurde und die effektive Behandlung von Wunden und Blutgerinnseln möglich macht", so Univ.-Prof. Dr. Heinz Redl, Leiter des AUVA Forschungsinstituts für Traumatologie. Von der Österreicherin Helene Matras 1972 erfunden, handelt es sich bei Fibrin um einen Klebstoff der plasmatischen Blutgerinnung, der nach Auftragen polymerisiert und ein Netz bildet, das Blutgerinnsel und Wunden verschließt. 1978 wurde der Klebstoff zum ersten Mal eingesetzt und seitdem laufend weiterentwickelt und in Wien für die ganze Welt produziert.

Über die AUVA: Soziale Unfallversicherung für rund 4,5 Millionen Versicherte

Bei der AUVA sind rund 4,5 Mio. Personen gesetzlich gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,3 Mio. Arbeiter, 1,5 Mio. Angestellte, 380.000 Selbstständige sowie 1,3 Mio. Schüler und Studenten. Die AUVA finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung überwiegend aus Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Diese zahlen 1,4 Prozent der monatlichen Bruttolohnsumme jedes Dienstnehmers (bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 3.930,00 Euro) als Unfallversicherungsbeitrag ein.

Prävention ist die vorrangige Kernaufgabe der AUVA, weil sich damit das Schadensgeschehen ursächlich beeinflussen lässt. Prävention -also die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung von Berufskrankheiten - senkt die Kosten für die Heilbehandlung, die Rehabilitation und die finanzielle Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten. Die AUVA hat sich daher nie als "Verwalter" von Arbeitsunfällen betrachtet oder sich darauf beschränkt, "nur" die Haftung der Arbeitgeber im Falle von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten zu übernehmen. Die AUVA hat es immer als ihre vorrangige Aufgabe angesehen, aktiv und offensiv Arbeitsunfälle zu verhüten: etwa durch intensive Aufklärung über Gefahren am Arbeitsplatz, Information oder Motivation der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, durch Forschung oder durch vorbeugende Betreuung von besonders bedrohten Versicherten. In die Säule Prävention wurden 2007 rund 60 Mio. Euro investiert.

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