vida zu Tourismusbranche: Öffnung des Arbeitsmarktes löst keine Probleme

Hohe Branchenflucht und Arbeitslosenquote wegen schlechter Arbeitsbedingungen

Wien (vida/ÖGB) - Klar zurückgewiesen wird von der Dienstleistungsgewerkschaft vida die Forderung der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, den Arbeitsmarkt sofort für alle Arbeitskräfte aus den neuen EU-Beitrittsländern aufzumachen. "Das löst die Probleme der Branche nicht, sondern schafft nur neue", sagt vida-Bundessektionssekretärin Renate Lehner.++++

Sowohl der aktuelle Arbeitsklimaindex als auch die heute veröffentlichten Ergebnisse der vida-Lehrlingsumfrage zeigen klar, dass es bei den Arbeitsbedingungen in der Tourismusbranche großen Verbesserungsbedarf gibt. "Überstunden ohne Ende, mangelnde Aufstiegschancen und eine Entlohnung, die ein Drittel unter dem österreichweiten Durchschnittseinkommen liegen, führen zur Unattraktivität der Branche. Hier gilt es anzusetzen", sagt Lehner. Die Daten geben ihr Recht: Mehr als 77 Prozent der Beschäftigten im Tourismus sind maximal sechs Monate im selben Betrieb beschäftigt, die Arbeitslosenquote in der Branche lag im Jahresdurchschnitt 2007 bei 16,6 Prozent.

"Schon jetzt gibt es im Tourismus einen sehr hohen Anteil an ausländischen Beschäftigten. Ständig nach neuen willigen und billigen Arbeitskräften zu schreien, bringt den österreichischen Tourismus nicht weiter", so die Gewerkschafterin. Ziel müsse es stattdessen sein, die Konkurrenzfähigkeit gegenüber anderen Branchen zu wahren. "Dafür braucht es eine Anhebung der Löhne, mehr Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Beschäftigten sowie eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie." Auch die Schutzbestimmungen für Lehrlinge müssten von den Betrieben eingehalten werden. "Wer die Rechte der ArbeitnehmerInnen am laufenden Band missachtet und nichts für die Arbeitszufriedenheit der Beschäftigten unternimmt, darf sich nicht wundern, wenn er immer wieder ohne Personal da steht", so Lehner abschließend.

ÖGB, 28. August 2008 Nr. 479

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