Grazer Altbischof Weber hält Gedenkmesse für Rupert Gmoser

Verstorbener steirischer Nationalratsabgeordneter baute Brücken zwischen Sozialdemokratie und Kirche

Graz, 27.8.08 (KAP) Der Grazer Altbischof Johann Weber feiert am kommenden Montag, 1. September, um 18.15 Uhr, in der Grazer Stadtpfarrkirche eine Gedenkmesse für den vor kurzem verstorbenen früheren Nationalratsabgeordneten Rupert Gmoser. Der SP-Politiker erwarb sich weit über das eigene politische Lager hinaus Respekt für sein von Fairness und Weitblick getragenes Engagement, er öffnete die Türen der Gewerkschaftsbewegung nicht nur zu den christlichen Kirchen, sondern auch zu Unternehmern und in Zeiten des Kalten Krieges auch zu Gesprächspartnern im damals kommunistischen Osten.

Der frühere Chefredakteur der "Kleinen Zeitung", Fritz Csoklich, sprach in einem Nachruf am Mittwoch von "unschätzbaren Diensten", die Gmoser mit seiner Gesprächsoffenheit geleistet habe. Er habe damit viel zum inneren Frieden in Österreich und zur Verständigung mit den Nachbarländern beigetragen. Csoklich erinnerte an ein Zitat des nach langer Krankheit im 78. Lebensjahr verstorbenen Gmoser, das ausdrücke, was den Politiker bewegt habe: "Es ist nicht nötig, dass es mehr Geld auf der Welt gibt, mehr Vereine, mehr Weltanschauungen. Aber es ist nötig, dass es etwas weniger Tränen auf der Welt gibt, etwas weniger Unrecht, etwas weniger Gewalt".

Gmoser wurde am 6. Mai 1931 in Graz geboren, er studierte Rechts- und Staatswissenschaften an der Universität Graz, arbeitete erst beim Finanzamt, danach als volkswirtschaftlicher Referent bei der steirischen Arbeiterkammer. 36 Jahre leitete er die Otto-Möbes-Akademie und machte sich so um die Weiterentwicklung der Arbeiterbildung verdient. Gmoser war fünf Jahre im Bundesrat, von 1979 bis 1994 Abgeordneter im Nationalrat und fast 20 Jahre hindurch Mitglied des SPÖ-Landesparteivorstandes. (ende)
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