Burgtheater: Matthias Hartmann startet 2009 mit "Faust"

Bachlers "Faust"-Projekt offenbar gescheitert.

Wien (OTS) - Matthias Hartmann wird seine Ära als Burgtheaterdirektor im Herbst 2009 mit einer von ihm selbst inszenierten Neuproduktion von Goethes "Faust" eröffnen. Das bestätigt er auf Anfrage in der neuen NEWS-Ausgabe. Hartmanns Vorgänger Klaus Bachler wollte seine Direktion im kommenden Oktober mit "Faust" beenden. Eine schwere Erkrankung des Regisseurs Jürgen Gosch macht das Projekt laut Hartmann aber unmöglich.

Hartmann, derzeit Intendant in Zürich, nennt "Faust" einen "lang gehegten Plan". Er habe Bachler schon vor langem eine Koproduktion angeboten, doch "dann kündigte Herr Bachler an, dass er zum Ende seiner Direktion selbst ,Faust’ unter Jürgen Gosch herausbringen werde. Das hat mich sehr traurig gemacht. Auch, weil ich mir gewünscht hatte, das Burgtheater mit einem so angemessenen Stoff zu eröffnen."

Dann aber sei Gosch schwer erkrankt. Hartmann: "Die Situation, von ihm ein solches Projekt gewissermaßen zu erben, ist für mich prekär. Deshalb bin ich nach Berlin gefahren und habe ihn getroffen. Wie man das unter Freunden macht, haben wir einander in die Augen geschaut, und ich habe gefragt, wie es ihm denn gehe und was er davon hielte, wenn ich den ,Faust’ mache. Es war eine sehr besondere, kostbare und freundschaftliche Situation, in der er den Stoff an mich freigegeben hat."

Dass Bachler "Faust" jetzt mit einem anderen Regisseur herausbringen und seinem Nachfolger so die Eröffnung verderben könnte, weist Hartmann zurück: "Ich kann ich mir nicht vorstellen, dass Herr Bachler diese Absicht hat. Er hat bestimmt andere Sorgen als solche ehrgeizigen Spielchen."

Über die Besetzung lässt Hartmann, der selbst inszenieren wird, nichts verlauten, spricht aber in höchsten Tönen über Gert Voss, den er schon für die Koproduktion Zürich-Wien gewinnen wollte.

Interessant auch Hartmanns Ankündigung, Werke aus Bachlers nicht tosend geglücktem Shakespeare-Zyklus neu herausbringen zu wollen: " Ich werde mich nicht davon abhalten lassen, einige Stücke Shakespeares nochmals zu machen. Es gibt da Werke, die kann man als Theatermacher nicht aus seinem innersten Begehren verbannen."

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