ÖÄK zu Patientenbeschwerden: Indiz für Bruch der Arbeitszeit-Regelungen

Mayer: Arbeitszeiten für Qualität und Patientenzuwendung maßgeblich

Wien (OTS) - Nach Ansicht des Bundesobmannes der Spitalsärzte und Vizepräsidenten der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, ist der Anstieg der Patientenbeschwerden in Spitälern ein eindeutiges Indiz dafür, dass in den Krankenhäusern nach wie vor die gesetzlichen Arbeitszeiten nicht eingehalten werden. Mayer verweist in einer Presseaussendung Mittwoch auf Studien, die einen eindeutigen Zusammenhang zwischen überlangen Arbeitszeiten und Anstieg der Fehlerwahrscheinlichkeit herstellen. Im Weiteren sei es verständlich, dass schwer überlastete Ärztinnen und Ärzte nicht mehr ausreichend Zeit für Patientenzuwendung aufbringen. Patientenanwalts-Sprecher Gerald Bachinger hatte im ORF-Morgenjournal von Mittwoch einen Anstieg auf 9.400 Beschwerden bemängelt.

Mayer: "Patientenanwalt Gerald Bachinger wäre gut beraten, sich mit den Arbeitsbedingungen und insbesondere mit der Einhaltung der Arbeitszeiten für Spitalärztinnen und -ärzte eingehender auseinander zu setzen. Denn zumutbare Arbeitsbedingungen sind das wirksamste Mittel der Qualitätssicherung in den Spitälern." Zwar seien nun Arbeitszeitübertretungen nach einer jüngst durch das Parlament beschlossenen Novelle des Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetzes endlich mit Sanktionen bedroht. Doch bestünde, so Mayer, nach wie vor Gefahr, dass in manchen Bundesländern die gesetzliche Arbeitszeitregelung ohne Strafe gebrochen werden könne. Da die Sanktionen nur für privatwirtschaftliche Organisationen gelten, seien Krankenhäuser im öffentlichen Bereich von den Bestimmungen ausgenommen. Betroffen davon sei Niederösterreich, wo die Krankenanstalten nach wie vor unter der Ägide des Bundeslandes stünden. "Bachinger ist daher aufgefordert, insbesondere in seinem eigenen Bundesland für die Einhaltung der Arbeitszeitbestimmungen in den Spitälern zu sorgen", sagte Mayer.

Schließlich müsse man die Anzahl der Beschwerden von 9.400 Fällen auch in Beziehung zum Leistungsumfang der Spitäler und Spitalsärztinnen und -ärzte setzen, so der Spitalsärzte-Obmann. 2006 wurden 2,428.400 Patientinnen und Patienten stationär und 7,084.000 Patientinnen und Patienten ambulant in den Krankenhäusern behandelt. Angesichts dieser Frequenz sei die Zahl der Beschwerden bemerkenswert gering, meinte Mayer abschließend.

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