Gusenbauer: "Unser Olympiateam zeigte in Peking Fairness, Teamgeist und höchste Leistungsbereitschaft"

"Verbände müssen gefördert, aber auch gefordert werden"

Wien (OTS) - "Ich möchte dem gesamten Olympiateam meinen
herzlichen Dank für die erbrachten Leistungen und das professionelle Auftreten bei den 29. Olympischen Spielen in Peking aussprechen. Unsere Athletinnen und Athleten zeigten Fairness, Teamgeist und höchste Leistungsbereitschaft", sagte Bundeskanzler und Sportminister Alfred Gusenbauer nach dem feierlichen Abschluss der Olympischen Sommerspiele 2008.

Gusenbauer räumte ein, dass "wir alle uns natürlich über eine größere Anzahl an Medaillen gefreut hätten". Eine Silber- und zwei Bronzemedaillen sowie 30 Platzierungen unter den Top 10 seien jedoch als Erfolg zu werten. "Eines gilt es ganz klar festzuhalten: Jeder Sportler und jede Sportlerin hat sich sein/ihr Antreten bei Olympia hart erkämpft und durch die jeweilige Leistung gerechtfertigt. Beispielhaft sei an dieser Stelle das Schwimmteam genannt, bei dem nahezu alle Athleten persönliche Bestleistungen schwammen. Wir hatten ein kleines Team, aber ein Team ohne Touristen", betonte der Bundeskanzler und Sportminister. Es gelte jetzt aber nicht nur über die Leistung des heimischen Olympiateams Bilanz zu ziehen, sondern auch einen kritischen Blick darauf zu werfen, dass Österreich in vielen Bewerben gar nicht vertreten war: "In 17 Sportarten - wie beispielsweise Rudern, Ringen, Turnen, Handball, Bogenschiessen, Boxen oder Gewichtheben - gab es keine einzige österreichische Teilnahme. Im Bereich der Leichtathletik war von insgesamt 47 Entscheidungen unser Land nur in drei Bewerben vertreten", so Gusenbauer.

Der Bundeskanzler sehe nun für den österreichischen Sport die Chance, nach der EURO 2008 und den Olympischen Spielen in Peking Strukturen zu schaffen, die langfristige Erfolge ermöglichen. Ziel dabei müsse es sein, dass durch die professionelle Aufbereitung der Grundbewegungsarten im Kindergarten- und Volksschulalter ein umfassenderes Reservoir an begabten Sportlerinnen und Sportlern geschaffen wird. Damit könnten schließlich die Erfolgschancen auch in Sportarten wie der Leichtathletik nachhaltig verbessert werden. Konkret nannte Gusenbauer das vor einem Jahr von ihm initiierte Projekt "Sport:Zukunft", dessen Ergebnisse im September präsentiert werden sollen: "Damit hat der österreichische Sport ein Instrumentarium bekommen, dass wesentliche Strukturschwächen aufzeigt und Lösungen anbietet: Professionalisierung, Trainerwesen und Sportstätten seien hier nur schlagwortartig erwähnt. Für mich erscheint als wesentlich, dass wir in Zukunft sportartenspezifische, mehrjährige Planungszeiträume schaffen, in denen die Sportfachverbände ihr Programm umsetzen. Begleitet wird dieser Prozess von einer laufenden Evaluierung."

Gleichzeitig gelte es, so Gusenbauer, Parallelstrukturen aufzulösen und Synergien zwischen den vorhandenen Strukturen zu fördern. "Verbände müssen gefördert, aber auch gefordert werden. Jeder Verband muss so aufgestellt sein, dass Spitzensportler kein Zufallsprodukt sind, sondern Resultat langfristiger Arbeit." Neben dem im Breitensport so wichtigen Ehrenamt müsse "im absoluten Spitzensport eine Professionalisierung erzielt werden", so Gusenbauer abschließend.

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