"Europeum" rückt Mariazell noch weiter in die Mitte Europas

In dem steirischen Wallfahrtsort wird im Oktober ein neues Kongresszentrum eröffnet - Herzstück ist eine Ausstellung, bei der die Besucher die gemeinsame europäische Identität erleben können

Graz, 26.8.08 (KAP) Der steirische Wallfahrtsort Mariazell rückt ab Oktober noch ein Stück weiter in die Mitte Europas. Ein Jahr nach dem Papstbesuch in Mariazell wird im Ortszentrum in unmittelbarer Nähe zur Basilika das neue Veranstaltungs- und Kongresszentrum "Europeum" eröffnet. Mit sechs Veranstaltungsräumen bietet es bei Vollauslastung insgesamt 1.200 Gästen Platz. Zur Erholung steht eine Wellnesslandschaft samt Panoramablick auf die Mariazeller Bergwelt zur Verfügung, die auch Tagesgäste nutzen können. Über teils unterirdische Gänge ist das neue Zentrum mit bereits bestehenden Hotels im Ortskern verbunden.

Gedankliches Herzstück des "Europeums" ist aber die 800 Quadratmeter große Ausstellungsinstallation "Die Entdeckung Europas", bei der die Besucher auf einer "Entdeckungsreise" die gemeinsame europäische Identität in Gestalt von 27 jungen Europäern und deren Lebenswelten kennen lernen können. Das ambitionierte Projekt wird von den vier Gemeinden des Mariazeller Landes (Mariazell, St. Sebastian, Gusswerk und Halltal) gemeinsam getragen und großzügig vom Land Steiermark gefördert. Insgesamt wurden über 11 Millionen Euro investiert.

Mariazell ist "Treffpunkt europäischer Kulturen"

"Seit 850 Jahren ist Mariazell Treffpunkt europäischer Völker und Kulturen und ein Schmelztiegel europäischer Vielfalt. Genau an diesem Ort wird das Thema Europa neu beleuchtet, sollen Antworten auf europäische Fragen gegeben und gleichzeitig touristisch neue Impulse gesetzt werden", betonte der Geschäftsführer des "Europeums", Nikolaus Hulatsch, am Dienstag bei einer Präsentation des Projekts vor Medienvertretern in Wien. Das "Europeum" sei mehr als ein Gebäude, sondern ein "Netzwerk im Herzen von Mariazell", so Hulatsch. Der spirituelle Ort Mariazell solle auch ein Ort des Nachdenkens über Gegenwart und Zukunft sein.

Entdeckungsreise zur europäischen Identität

Die neue Europa-Ausstellung sei "Mariazells Antwort auf die großen Fragen Europas", betonte der "Europeum"-Geschäftsführer. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen 27 junge Europäerinnen und Europäer, die "multimedial" durch verschiedene Erlebniszonen "führen", in denen die Besucher mittels verschiedener Beispiele aus Themenbereichen wie "Kultur" oder "Religion" Europa entdecken können. "Es ist ein Raum, in dem 27 junge Leute mit ihren Visionen, Sorgen, Ängsten in ihren Lebenswelten im Mittelpunkt stehen", erklärte Nikolaus Hulatsch.

"Die Idee war, Europa erlebbar zu machen", sagte die ORF-Moderatorin Barbara Stöckl, die mit ihrer Filmproduktionsfirma die Installationen gestaltet hat. Dazu hat Stöckl in ganz Europa über Universitäten und Reisebüros Kontakte geknüpft. "Wir haben den Menschen vorgestellt, was Mariazell hier vorhat und sie gefragt, ob sie Interesse haben, über ihre Beziehung zu Europa, über ihr Land und ihr Europabild zu sprechen".

Herausgekommen sei eine Generation der bis zu 30-jährigen, "für die Europa sehr selbstverständlich stattfindet", so Stöckl. Bei den Gesprächen habe sie oft das Gefühl gehabt, dass die jungen Leute der Politik einen Schritt voraus seien und Europa "einfach leben". Wie Barbara Stöckl betonte, bedeute das nicht, dass diese Menschen unkritisch etwa gegenüber den Institutionen der EU seien: "Das sind kritische, bewusste, aber trotzdem sehr überzeugte Europäer".

Aus jedem europäischen Land wird in der "Europeum"-Ausstellung außerdem ein "großer Europäer" und eine für ganz Europa bedeutende Erfindung präsentiert, die beispielhaft für die gemeinsame europäische Identität stehen sollen. Als Einstieg wird ein kurzer Film gezeigt, für Kinder gibt es eine "Baustelle Europa".

"In Zukunft können Tagungen, die eine europäische Dimension haben, eigentlich nur mehr im 'Europeum' stattfinden", hofft nun Geschäftsführer Nikolaus Hulatsch. Die erste Bewährungsprobe für das neue Zentrum steht am 11. Oktober an. Dann kommen Bürgermeister aus ganz Österreich zur "Bürgermeisterwallfahrt" des Österreichischen Gemeindebundes mit Kardinal Christoph Schönborn nach Mariazell. Nach einem Gottesdienst in der Basilika werden die Bürgermeister die ersten Tagungsgäste im "Mariazeller Europeum" sein. (Informationen:
www.europeum.at).

O-Töne von der Pressekonferenz sind unter www.katholisch.at/o-toene verfügbar. (ende)
K200807553
nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0003