Verkehrsbeeinflussungsanlage für Großraum Graz: Betrieb startet planmäßig am 15. Dezember 2008

Geschwindigkeit wird auf einem Streckennetz von 92 Kilometern flexibilisiert. Steuerung in Abhängigkeit von Feinstaubwerten

Graz (OTS) - Auf den Autobahnen A 2 und A 9 im Großraum Graz wird am 15. Dezember 2008 eine Verkehrsbeeinflussungsanlage (VBA) in Betrieb gehen. Mit dieser modernen Anlage wird die im Immissionsschutzgesetz Luft (kurz IG-L) vorgeschriebene Temporeduktion im hochrangigen Straßennetz flexibilisiert. "Nur wenn die Feinstaubbelastung Schwellen- oder Grenzwerte übersteigt, greift die Anlage ein und senkt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im betreffenden Abschnitt auf 100 Stundenkilometer ab", erklärt Viktor Geyrhofer, Geschäftsführer der ASFINAG Autobahn Service GmbH, die Funktionsweise der Anlage im Rahmen einer Pressekonferenz.

Das Projektgebiet der "VBA Umwelt Steiermark" umfasst die Süd Autobahn A 2 und die Pyhrn Autobahn A 9. Das A2-Gebiet liegt zwischen den Anschlussstellen Sinabelkirchen und Lieboch (43 Kilometer), das A9-Gebiet erstreckt sich vom Anschluss Peggau bis nach Leibnitz (49 Kilometer). "In Summe deckt die Verkehrsbeeinflussungsanlage einen Bereich von 92 Autobahn-Kilometern rund um Graz ab", so ASFINAG-Geschäftsführer Viktor Geyrhofer. In den letzten Wochen wurden im VBA-Gebiet die Fundamente und Datenleitungen errichtet, ab Mitte September erfolgt die Montage der Anzeigequerschnitte und Seitensteher. Nach jeder Einfahrt auf die Autobahn (Anschlussstelle, Raststation, Parkplatz) muss der Verkehrsteilnehmer über das aktuell gültige Tempolimit informiert werden. Insgesamt 50 elektronisch gesteuerte Anzeigen werden deshalb bis November 2008 montiert. Die Inbetriebnahme der Anlage ist für den 15. Dezember 2008 vorgesehen. Das Projektsvolumen liegt bei 17,5 Millionen Euro.

Umwelt-Landesrat Manfred Wegscheider: "Bundesminister Werner Faymann hat mit seiner Zusage zur VBA Steiermark großes Verständnis für die Feinstaubsituation vor allem im Großraum Graz gezeigt und hat sein Versprechen zu 100% eingehalten. Damit ist die Steiermark ab 15. Dezember 2008 das erste Bundesland mit einer Feinstaub-abhängigen ganzjährigen Geschwindigkeitsreduktion auf Autobahnen - ein Meilenstein in unserem Programm zur Reduktion der Feinstaubbelastung!"

Wie funktioniert die Anlage? Die Schaltungen basieren einerseits auf den tatsächlichen Werten der Luftgüte-Messstellen in den IG-L-Sanierungsgebieten, andererseits auf den Verkehrsdaten im VBA-Streckennetz sowie speziellen Windmodellen. Ein von ASFINAG und TU Graz konzipierter Schalt-Algorithmus verarbeitet diese Daten. Das Ergebnis ist eine eventuelle Reduktion des Tempolimits auf 100 km/h. Damit ist garantiert, dass es wirklich nur dann zu einer Herabsenkung der erlaubten Geschwindigkeit kommt, wenn auch tatsächlich der Bedarf dafür besteht.

DI Christian Kurz von der TU Graz erklärt die Funktionsweise der Anlage: "Die Umsetzung des Algorithmus erfolgt in zwei Modulen mit unterschiedlichen Entscheidungskriterien. Im ersten Modul wird überprüft, ob die gemessene Schadstoffbelastung über einem bestimmten Schwellenwert liegt beziehungsweise in naher Zukunft liegen wird. Im zweiten Modul wird der aktuelle Beitrag der Pkw-Emissionen zur Feinstaubbelastung berechnet. Dadurch wird die reduzierte Geschwindigkeits-begrenzung ausschließlich zu Zeiten mit hoher Maßnahmenwirksamkeit aktiviert."

Neben der flexiblen Gestaltung des Tempolimits nach den Vorgaben des Immissionsschutzgesetzes Luft wird die Verkehrsbeeinflussungsanlage auch zur effizienteren Verkehrssteuerung eingesetzt. Durch die flexibel gestaltbaren Anzeigen können die Autofahrer auch auf Baustellen hingewiesen oder vor Gefahren wie Glatteis, Unfälle oder Geisterfahrern gewarnt werden. Diese Zusatzfunktion wird in enger Kooperation zwischen der Verkehrssteuerung der ASFINAG in Wien-Inzersdorf und der Autobahnpolizei bedient.

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Volker Höferl
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