Nachhaltige Mobilität: ein wichtiger Wettbewerbsfaktor für den Wirtschaftsstandort

Bollmann und Schwarzer: "Sündenbockimage" des Verkehrs hinterfragen! - Innovationen heimischer Verkehrsunternehmen auf Straße, Schiene, Wasser und Luft

Wien (PWK611) - "Die Wirtschaft wird in Verkehrsfragen zu Unrecht ins falsche Eck gestellt. Die Verkehrsdienstleister nehmen vielmehr ihre Verantwortung war. Dies zeigen zahlreiche konkrete Initiativen und Innovationen heimischer Unternehmer, die hervorragende Leistungen im Sinne eines nachhaltigen Mobilitätsmanagements erbringen", stellten der Obmann der Bundessparte Transport und Verkehr, Harald Bollmann, und der Leiter der Abteilung für Umwelt- und Energiepolitik, Stephan Schwarzer, heute, Mittwoch, in einem gemeinsamen Pressegespräch zum Thema "Nachhaltige Mobilität" fest. Bei diesem Anlass präsentierten die beiden die soeben erschienene Sonderausgabe der WKÖ-Publikationsreihe "Umweltschutz der Wirtschaft", die sich diesmal mit Konzepten und Angeboten rund um dieses Thema befasst.

In der Öffentlichkeit sind die großen Umweltinnovationen meist unbekannt, obwohl wir alle davon profitieren, führte Bollmann aus. So konnten im Straßenverkehr seit der Einführung der EURO-Klassen für Lkw die Abgaswerte für NOX und Ruß um 97,5 Prozent reduziert werden. Der Treibstoffverbrauch reduzierte sich in 20 Jahren um mehr als 30 Prozent. Vor der Tür stehen alternative Antriebstechnologien und eine weitere kontinuierliche Senkung des Treibstoffverbrauchs.

Als wichtigste Forderungen nannten Bollmann und Schwarzer die Unterstützung der Unternehmen bei Investitionen (Vorziehkäufen) zur Umstellung auf neue Technologien sowie die Maut-Ökologisierung.

"Die Förderung der jeweils neuesten Technologien wird für die nächste Regierung ein wichtiges Thema sein. Denn eine bessere Dotierung der Fördertöpfe zur Fuhrparkmodernisierung ist eine wirksame Umwelt-Maßnahme", betonte Bollmann. Im Rahmen einer Ökologisierung von Steuern und Gebühren erwartet sich die WKÖ auch die Ökologisierung der Lkw-Maut ab 1. Jänner 2010. "Es gibt gute Gründe, diesen Schritt rasch durchzuführen. Eine solche Maßnahme hätte eine wichtige Lenkungswirkung. Der Ökobonus müsste die Mehrkosten für die neuen Fahrzeuge kompensieren. Das wäre eine Entlastung, die wir seit Jahren fordern", erklärten die beiden Fachleute. Die "Internalisierung externer Kosten" in Mauttarife sollte im europäischen Einklang bis 2013 erfolgen. "Eine Senkung der Kfz-Steuer ist auch längst überfällig", nannte Bollmann eine weitere Forderung des Sektors. "Wir wollen eine Absenkung auf den EU-Mindestsatz".

Ganz oben auf der Agenda zur Stärkung des heimischen Wirtschaftsstandortes steht der Ausbau der Infrastruktur. Auch hier lassen sich durch den Einsatz neuer Techniken (Telematik) Kapazitäten und Effizienz erhöhen. "Die Initiativen zu Verkehrsverlagerungen durch Attraktivierung des ÖPNV und des Schienengüterverkehrs werden eine Nagelprobe für das nachhaltige Mobilitätsengagement der kommenden Regierung sein", formulierte Bollmann seine Erwartungen. "Nachhaltige Mobilität ist uns ein Anliegen. Es gilt, weiterhin technische und operationelle Verbesserungen zu realisieren und dann mit Anreizen und gezielten Förderaktionen Schwerpunkte zu setzen. Erst als letztes Mittel sollte die Politik zu ordnungspolitischen Maßnahmen greifen", so Bollmann abschließend. (hp)

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