Neues Volksblatt: "Hinhören" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 19. August 2008

Linz (OTS) - SPÖ-Chef Werner Faymann wird schon wissen, warum er immer wieder betont, mit der "Strache-FPÖ" keine Koalition eingehen zu wollen, und nicht einfach, wie zuletzt am Sonntag sein ÖVP-Gegenüber Wilhelm Molterer, definitiv Nein zu einer Regierungsliaison mit den Blauen sagt.
Vielleicht liegt es ja doch auch daran, dass die SPÖ in Bezug auf Wahlversprechen wohl ein wenig traumatisiert ist. Immerhin waren es die eigenen Genossen, die Alfred Gusenbauer nicht zuletzt wegen seiner nicht gehaltenen Versprechen abgesägt haben. Dass die SPÖ seit der Demontage Gusenbauers insofern Legendenbildung betreibt, als sie den Ybbser als guten Kanzler darstellt, der an der bösen ÖVP gescheitert ist, mag Ausdruck eines schlechten Gewissens sein. Mit der politischen Realität hat das nichts zu tun.
Über diese hat sich vielmehr der Wähler seine Meinung gebildet. Laut einer OGM-Umfrage für Profil trauen 30 Prozent der Österreicher der SPÖ zu, Wahlversprechen zu brechen, nur 16 Prozent indes meinen dies von der ÖVP. "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's völlig ungeniert", sagt der Volksmund. Umso mehr wird man genau hinhören müssen, was Faymann & Co. tatsächlich versprechen.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001