"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Gegenwind" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 19.08.2008

Wien (OTS) - Nur die wenigsten Bundesländer-Funktionäre waren hellauf begeistert, als Wilhelm Molterer am 7. Juli sein "Es reicht" in die Kameras schmetterte. Jetzt bekommt die Bundes-ÖVP die Rechnung präsentiert: Sie bleibt auf den Wahlkampfkosten sitzen.
Das ist umso schmerzhafter, als die ÖVP ohnehin mit Gegenwind zu kämpfen hat: Wer Neuwahlen vom Zaun bricht, gewinnt sie selten, heißt es unter Funktionären; entsprechend gering ist die Motivation, für einen Sieg zu kämpfen.
Erschwerend kommt der Zickzack-Kurs hinzu. Im Frühjahr wurde die Partei unter anderem gegen einen Teuerungsausgleich, gegen mehr Pflegegeld und gegen ein verpflichtendes Vorschuljahr eingeschworen. Jetzt ist alles ganz anders. Das zu erklären, fällt schwer.
Jetzt wird bei der ÖVP auch noch das Geld knapp. Die Landesorganisationen von Oberösterreich, Salzburg und Kärnten wollen zwar mitkämpfen, aber nicht mitzahlen, und auch Vorarlberg ist auf Sparkurs.
Das ärgert die Wahlkampfmanager, aber nicht unbedingt die Wähler. Plakate, Postwurfsendungen und Wahlkampfgeschenke werden zunehmend als Belästigung empfunden. Da ist letztlich jeder eingesparte Euro ein Gewinn - und zwar nicht nur bei der ÖVP.

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