"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Mut zum Seitenwechsel"

Immer mehr europäische Regierungschefs werden Spitzen-Manager.

Wien (OTS) - Was in anderen EU-Staaten üblich ist, wird in Österreich mit Kopfschütteln quittiert: Der Wechsel von der Politik in die Wirtschaft. Die reflexartige Ablehnung wegen Neid und konservativer Wertevorstellungen ist falsch. Es ist nicht unehrenhaft, wenn Headhunter hochrangigen Politikern beim Abschied mehrere lukrative Angebote auf den Tisch legen.
Ex-Regierungschefs sind mehr als Werbeträger. Sie sind Türöffner auf ausländischen Märkten, kennen die politisch Handelnden
und verfügen über Hintergrundwissen. Das hilft den Unternehmen im globalen Wettbewerb, sie können dadurch rascher handeln - nicht zum Nachteil der Mitarbeiter.
Schröder, Klima, Blair und bald auch Gusenbauer haben Anrecht auf ein Berufsleben nach der Politik. Auch ehemalige Premiers, die Manager werden, dürfen zum Bruttoinlandsprodukt, zum Steueraufkommen und zur Sozialversicherung beitragen. Wie die einzelnen Polit-Abgänger mit ihren gesammelten Geheim-Informationen umgehen, muss nicht gesetzlich geregelt werden. Es ist eine Frage der persönlichen Bewertung, der eigenen Verantwortung und des Gewissens.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Redaktion Europa
Tel.: (01) 52 100/2752

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002