"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Aufsperren, bitte"

Die Ausreden für rigide Ladenöffnungszeiten werden langsam widerlegt.

Wien (OTS) - Seit Jahresbeginn dürfen hierzulande Geschäfte an Werktagen 72 Stunden offen halten. Damit hat Österreich zwar nach wie vor eines der restriktivsten Ladenöffnungsgesetze in Europa. Aber zwei Drittel der Kunden haben lauf Umfrage (siehe Seite 21) den längeren Abendeinkauf schon genützt.
Das widerlegt die jahrelange Argumentation bornierter Gewerkschafter und Kämmerer, es brauche keine längeren Öffnungszeiten, weil sie eh nicht genützt würden. Und Geschäftsleute, die glauben, auch zwischen 9 und 18 Uhr auf ihren Umsatz zu kommen, weil nicht mehr gekauft werde, nur weil länger offen ist, sollten sich die Umsatzzahlen flexiblerer Kollegen anschauen.
Nachfrage hängt halt immer noch vom Angebot ab. Daran ändern auch die findigsten Ausreden wider die Möglichkeiten des Marktes nichts. Das gilt auch für den Sonntag, der einkaufstechnisch in Österreich noch ein Tabu ist: Selbst im erzkatholischen Irland haben Geschäfte am Sonntag geöffnet, der kleine Greisler am Land ebenso wie die Modekette in der Stadt - und die Läden sind voll.
Irgendwann wird man auch in Österreich draufkommen, dass Konsum und Wirtschaft ein Paar sind. Und dass der einzige Schaden daraus resultiert, am Konsumenten vorbeizuargumentieren.

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