Schieder: Krankenstände im Öffentlichen Dienst mit Privatwirtschaft vergleichbar

Hohe Krankenstandsquoten bei Exekutive durch Motivationsverlust nach schwarz-blauen Reformen

Wien (SK) - Als "absolut vergleichbar" bezeichnete SPÖ-Beamten-Staatssekretär Andreas Schieder, heute, Montag in einer Pressekonferenz die Krankenstände der MitarbeiterInnen im öffentlichen Dienst mit jenen der Privatwirtschaft. Die "Fehlzeitstudie 2007" belegt, dass trotz des gestiegenen Durchschnittsalters im öffentlichen Dienst die Krankenstandsquote nur um einen halben Tag höher als in der Privatwirtschaft ist. Statistischer Ausreißer ist dabei die Exekutive. Als Gründe dafür nannte Schieder den spezifischen Dienst, besondere Anforderungen, aber auch mögliche Motivationsprobleme der PolizistInnen nach den schwarz-blauen Reformen. ****

Die präsentierte Fehlzeitstudie wird bereits seit 1996 durchgeführt, wobei heuer zum ersten Mal auch die rund 24.000 Mitarbeiter des militärischen Dienstes einbezogen wurden. "Daher ist das Ergebnis doppelt gut" so Schieder, der hervor strich, dass diese Mitarbeiter zum gestiegenen Altersdurchschnitts von 44,1 Jahre ihr Wesentliches beitragen. "Wenn man davon ausgeht, dass ältere Mitarbeiter längere Krankstände aufweisen als Junge, kann der öffentliche Dienst hier absolut mithalten mit der Privatwirtschaft", zeigte er sich erfreut. In Zahlen ausgedrückt beträgt die Krankstandsquote im Öffentlichen Dienst 3,4 Prozent, während es sich in der Privatwirtschaft um 3,3 Prozent handelt. Weiters berichtete Schieder von 28,6 Prozent der Mitarbeiter, die 2007 kein einziges Mal im Krankenstand waren. "Es gibt statistisch gesehen auch keinen ‚blauen Montag’ im Öffentlichen Dienst", betonte er, "die Krankenstandstage bewegen sich nicht rund um den Montag und Freitag, sondern sind gleichmäßig verteilt."

Besonders niedrig sind die Krankenstände bei LehrerInnen mit unter sechs Krankenstandstagen sowie RichterInnen und StaatsanwältInnen mit rund 4,6 Tagen. Schieder zieht daraus den Schluss, "umso höher die Qualifikation, umso niedriger sind die Krankenstände" und umgekehrt. Auffallend hoch hingegen sind die Krankenstände der Exekutive mit rund 18,5 Tagen. Dieser hohe Wert hänge mit der spezifischen Form des Dienstes zusammen, der auch eine erhöhte Verletzungsgefahr mit sich bringt sowie mit dem Schicht- und Wechseldienst. "Ich glaube aber auch, dass die Reformen unter Schwarz-Blau nicht zur Motivation der PolizistInnen beigetragen haben", merkte Schieder an.

Trotz der insgesamt guten Ergebnisse will Schieder in Form von Mitarbeitergesprächen und Projekten zur Gesundheitsvorsorge und Motivation die Arbeitsverhältnisse im öffentlichen Dienst weiter verbessern. "Es muss das Ziel eines Vorgesetzten sein, dass die MitarbeiterInnen gesund sind, denn nur dann bringen sie volle Leistung und fehlen nicht", fasst er zusammen.

Erfreuliche Bilanz nach kurzer Amtszeit

Stolz präsentierte Andreas Schieder seine Bilanz nach nur sieben Wochen Amtszeit, in denen er schon zahlreiche Projekte umsetzen konnte. Die Dienstrechtsnovelle 2008, die unter anderem wichtige Veränderungen im Disziplinarrecht und Anpassungen der Entgeltbegriffe in der Betrieblichen Vorsorgekasse beinhaltet, wurde von Schieder besonders hervor gehoben. Auch den Beschäftigungshöchststand von über 1.000 Lehrlingen im Bundesdienst zählte der Staatssekretär zu wichtigen Erfolgen. Als bevorstehende Projekte nannte er die weitere Vereinheitlichung der Nebengebühren, die umfangreiche Bewerbung der Verwaltungsreform sowie konkrete Maßnahmen zur Umsetzung des Bologna-Prozesses in der Aus- und Weiterbildung, um "einen weiteren Schritt zur Vergleichbarkeit mit der Privatwirtschaft zu schaffen", so Schieder. (Schluss) df

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