PRÖLL: Starke Gemeinden für mehr Wertschöpfung, neue Arbeitsplätze und hohe Lebensqualität im ländlichen Raum

Klimaschutzinitiativen als Motor für Wirtschaft, Gesellschaft und eine intakte Umwelt - Genuss-Region Pinzgauer Kitz ausgezeichnet

Wien (OTS) - "Gemeinden sind beim Klimaschutz wichtige Partner. Unsere mehr als 500 Klimaschutzgemeinden beweisen, welche positive Dynamik aus dem Miteinander von Gemeinden und Menschen entsteht. Ganze Regionen werden so aktiv und setzen gemeinsam erfolgreiche Projekte um. Regionale Rohstoffe und Stärken nutzen heißt, die Wertschöpfung in den Regionen steigern, Arbeitsplätze sichern und Kosten senken", betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll anlässlich der gemeinsamen Pressekonferenz "Klimaschutzinitiativen für Gemeinden" mit Bürgermeister Helmut Mödlhammer, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes, heute, Montag in Hallwang (Szbg.).

Gemeinden werden bei ihrer Klimaschutzarbeit in den Bereichen Energie und Mobilität vom Lebensministerium insbesondere mit dem klima:aktiv-Programm der e5-Gemeinden unterstützt. Es dient der Qualifizierung und Auszeichnung von Gemeinden, die durch den effizienten Umgang mit Energie und der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger einen Beitrag zu einer zukunftsverträglichen Entwicklung unserer Gesellschaft leisten wollen. In Salzburg gibt es bereits 14 teilnehmende Gemeinden, österreichweit wurden mit den insgesamt 57 e5-Gemeinden bisher rund 1.500 energierelevante Projekte umgesetzt. Das e5-Programm soll in den nächsten Jahren im Rahmen der Klimaschutzinitiative klima:aktiv des Lebensministeriums auf breiterer Ebene ausgebaut werden.

Zur Verbesserung des Mobilitätsmanagements hat das Lebensministerium 2007 ein neues klima:aktiv - Förderprogramm für Länder, Städte und Gemeinden gestartet. Damit unterstützen wir Fuhrparkumstellungen auf alternative Kraftstoffe und Antriebe sowie Maßnahmen zur Radverkehrsförderung und für Mobilitätsmanagement zur CO2-Einsparung, so Umweltminister Josef Pröll.

Weiters bietet das CommunalAudit des Lebensministeriums den Gemeinden Unterstützung, um die Wettbewerbskraft und Standortattraktivität für Gemeinden im ländlichen Raum zu verbessern. Durch das Projekt soll die Entwicklung des ländlichen Raumes maßgeblich mitgestaltet werden. Seit dem Start 2003 sind mittlerweile beinahe 280 Gemeinden in den Prozess inkludiert, davon 13 in Salzburg. Das CommunalAudit bietet für Gemeindeverantwortliche eine wesentliche Basis für Entscheidungen, um Kosten zu sparen und eine nachhaltige Entwicklung in den Gemeinden zu forcieren.

Um die Bedeutung der Gemeinden beim Klimaschutz hervorzuheben, wurde heuer erstmals der Wettbewerb "Klimaschutzgemeinde 2008" gemeinsam mit dem Gemeindebund und dem Verbund ausgeschrieben. Aus Salzburg haben dabei acht Gemeinden Projekte eingereicht, österreichweit nahmen 78 Gemeinden mit insgesamt 80 Projekten teil. "Diese Teilnahme zeigt, wie aktiv unsere Gemeinden im Klimaschutz sind, und ich bin stolz, im Oktober die ersten Auszeichnungen zur "Klimaschutzgemeinde 2008" vergeben zu können", so Bundesminister Josef Pröll.

Erneuerbare Energie ist zukunftsweisend im ländlichen Raum

Besondere Chancen liegen für Gemeinden in der verstärkten Nutzung erneuerbarer Energieträger. Das hohe regionale Potenzial an den erneuerbaren Energiequellen Wasser-, Wind-, Sonnenkraft sowie Biomasse kann in Gemeinden optimal für eine dezentrale Energieversorgung bei Strom und Wärme genutzt werden. In Salzburg sind 67 Biomasse-Nahversorgungen in Betrieb, mit denen jährlich 127.000 Tonnen CO2 eingespart werden. "Mit der intensiven Nutzung heimischer Biomasse ist Salzburg maßgeblich daran beteiligt, dass Österreich mit einem Anteil von 23 Prozent Erneuerbarer Energie am Gesamtenergieverbrauch im europäischen Spitzenfeld liegt", betonte Umweltminister Pröll.

"Wir haben in Österreich immer mehr Gemeinden, die sich durch eine regionale Vernetzung auf den Weg Richtung Energieautarkie begeben. Das ist nicht nur für den Klimaschutz bahnbrechend, sondern auch der effizienteste Weg, nachhaltig den steigenden Energiepreisen zu entkommen und mehr Geld im Börsel der BürgerInnen zu lassen", so der Minister nachdrücklich. Der Einsatz Erneuerbarer Energien schafft eine wirtschaftliche Belebung und Arbeitsplätze in den Regionen, die im strukturschwachen im ländliche Raum unverzichtbar sind und eine maßgebliche Erleichterung für die dort lebenden Menschen und ihre Lebensqualität bringen.

"Gerade in Salzburg, mit mehr als 50 Prozent Waldfläche, birgt die Forst- und Holzwirtschaft nicht nur ein enormes Potenzial für den Klimaschutz, sondern stellt auch eine entscheidende Einkommensquelle dar. Mit entsprechenden Förderungen etwa von Holzheizungen forcieren wir im Lebensministerium nachhaltig positive Effekte für das Klima und kurbeln auch den Markt für innovative Technologien an", so Umweltminister Pröll. Um die Topposition österreichischer Unternehmer im Umweltsektor weiter auszubauen hat das Lebensministerium gemeinsam mit der Wirtschaftskammer das "Kompetenzzentrum Umwelttechnologie -Austrian Clean Technology" ins Leben gerufen. Aus dem Klima- und Energiefonds stehen für Projekte im Jahr 2008 150 Millionen Euro zur Verfügung.

Schutz vor Naturgefahren ist zentrale Herausforderung

Es geht jedoch nicht nur darum, die Chancen und Potenziale der Aktivitäten im Klimaschutz zu nutzen, sondern auch darum, den Bedrohungen durch den Klimawandel vor allem im sensiblen alpinen Raum Rechnung zu tragen. Die Hochwässer von 2002 und 2005 waren Anlass, für die Herausforderungen des Klimawandels vorausschauend gerüstet zu sein. "Im Rahmen der Wildbach- und Lawinenverbauung betreuen wir in Österreich derzeit 1.617 der 2.356 Gemeinden, in Salzburg davon 116. Damit fallen auch weite Gebiete Salzburgs in den Betreuungsbereich der WLV. In zirka 80 Prozent der Gebiete sind Siedlungen und Infrastruktur bedroht, hier setzen wir uns massiv für Schutzmaßnahmen ein und haben bereits 1.258 Gemeinden mit Gefahrenzonenplänen ausgestattet", so Pröll.

Da in Zukunft verstärkt mit Naturkatastrophen zu rechnen ist, wurden die Mittel für die Wildbach und Lawinenverbauung sowie für den Schutzwasserbau um 37 Millionen auf rund 160 Millionen Euro jährlich aufgestockt. "Für Salzburg konnten im vergangenen Jahr 12,5 Millionen Euro - das sind 19 Prozent der österreichweiten Mittel - für Schutzmaßnahmen der WLV zur Verfügung gestellt werden. Für Gesamtösterreich werden wir bis 2016 3,55 Milliarden Euro für den Schutz vor Naturkatastrophen im Bereich der WLV und des Schutzwasserbaus ausgeben. Für unsere BürgerInnen bedeutet das deutlich mehr Sicherheit und als positiven Nebeneffekt 1.500 zusätzliche Arbeitsplätze jährlich", so Pröll.

"Für die Stärkung des ländlichen Raumes und die Lebensqualität in unseren Gemeinden und Regionen ist die nachhaltige Sicherung der kommunalen Leistungen das bestimmende Zukunftsthema. Es gilt, weiterhin mit aller Kraft unsere regionalen Stärken auszuspielen, um Arbeitsplätze zu sichern, den Wirtschaftsstandort zu stärken, für regionale Wertschöpfung zu sorgen und unsere Gemeinden als Rückgrat unseres Landes mit größtem Einsatz zu unterstützen", betonte Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll abschließend.

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