ÖAMTC: Bis zu 200 Millionen Euro Schaden durch die verspätete Weitergabe von Spritpreissenkungen

Club fordert im Falle von Strafzahlungen, dass Österreichs Kraftfahrer ihr Geld zurückbekommen

Wien (OTS) - Das Resultat der ersten Marktuntersuchung der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat offengelegt, dass über Jahre hin Preissenkungen am Rotterdamer Spotmarkt nicht sofort an die Endverbraucher weitergegeben wurden, sondern mit einer Verzögerung von bis zu mehreren Tagen. Basis für das Berichtsmodell der BWB bildeten mehrere Millionen Einzeldaten, die der ÖAMTC in seiner Spritpreis-Datenbank über Jahre hin täglich ermittelt und gesichert hat.

Der Schaden für die Konsumenten könnte noch wesentlich größer ausfallen als bisher angenommen. "Wir müssen unter Berücksichtigung aller zur Verfügung stehenden Daten heute davon ausgehen, dass den Kraftfahrern Mehrkosten von bis zu 200 Millionen Euro entstanden sind", sagt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau.

Wie mit dieser Erkenntnis weiter verfahren wird, liegt jetzt bei der BWB. Hält sie ihre Ergebnisse für verfahrensreif, kann sie damit vor das Kartellgericht gehen. Dann könnte es in Folge zu Strafzahlungen kommen, die an den Bund zu entrichten sind. "Dieses Geld muss dann nach Ansicht des ÖAMTC an die Geschädigten, also an die Kraftfahrer zurückgegeben werden", fordert Brandau. Am einfachsten wäre das über eine temporäre Rücknahme der Mineralölsteuer (MöSt). Bei einer Summe von 200 Millionen Euro könnte man die MöSt beispielsweise acht Monate lang um drei Cent herabsetzen.

"Für die Zukunft muss gewährleistet sein, dass Preissenkungen an den internationalen Märkten sofort an die Endverbraucher weitergegeben werden. Derzeit stellt sich die Situation so dar, dass der Wettbewerb in Österreich nicht so funktioniert, wie man es sich auf einem freien Markt erwartet", sagt die ÖAMTC-Expertin abschließend.

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