Vorbeugen ist besser als heilen - 10 Jahre Fonds Gesundes Österreich

Psychische Erkrankungen werden die große Herausforderung für die Zukunft

Wien (OTS) - "Der Fonds Gesundes Österreich hat seit 1998 ein Programm, das sich in einem Satz zusammen fassen lässt: Gesundheit erhalten ist besser, als im Nachhinein Krankheiten zu behandeln", unterstreicht Gesundheitsministerin Dr. Andrea Kdolsky, die in dieser Funktion als Präsidentin des Fonds Gesundes Österreichs fungiert, anlässlich des 10-jährigen Bestehens. "Seit zehn Jahren ist der Fonds Gesundes Österreich die österreichische Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung und Prävention und deshalb der wichtigste Partner, wenn es darum geht, die Lebenswelten und das Verhalten der Menschen gesünder zu gestalten", so Kdolsky weiters.

7,2 Mio. Euro öffentliche Mittel werden durch den Fonds Gesundes Österreich (FGÖ) jährlich in die Gesundheit investiert, der überwiegende Teil fließt in die Förderung regionaler Gesundheitsinitiativen, der thematische Bogen ist dabei sehr breit. Neben den Lebensstilthemen Bewegung, Ernährung und Seelische Gesundheit sind Kinder und Jugendliche, Menschen am Arbeitsplatz und ältere Menschen die Zielgruppe. Über 750 regionale Gesundheitsinitiativen konnten mit Unterstützung des FGÖ umgesetzt werden. Informationskampagnen, Aus- und Weiterbildungsprogramme und Selbsthilfethemen sind weitere wichtige Schwerpunkte.

Gesundheitsförderung wirkt

Neben einer Veränderung des individuellen Verhaltens der Menschen trachtet der FGÖ danach, die Lebenswelten der Menschen "gesünder zu gestalten". Solche Veränderungsprozesse erfordern einen hohen Einsatz, dafür wirken veränderte Strukturen aber nachhaltig. Das beste Beispiel sind Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF). Von diesen profitieren Unternehmen und Mitarbeiter gleichermaßen. Die Beschäftigten durch mehr Gesundheit und Wohlbefinden, die Unternehmer durch höhere Motivation und weniger Krankenstände. Ein eingesetzter Euro spart zwischen 2,3 und 5,9 Euro bei den Krankheitskosten, bei den Fehlzeiten sind sogar Einsparungen bis zum zehnfachen des investierten Betrags möglich (1: 2,5 - 10,1). Viele Unternehmen nutzen diese Win-Win Situation und investieren in Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung: wurden 1999 erst 15 Projekte gefördert, so konnte alleine im Jahr 2007 bereits 63 Projekten eine Zusage gegeben werden. Die Fördersumme für BGF betrug 2007 somit schon knapp 1,9 Mio. Euro.

Mit 8 Kampagnen hat der FGÖ Bewusstsein für eine breite Palette von Gesundheitsthemen geschaffen, darunter Bewegung und Ernährung, Tabak- sowie Alkoholprävention: Mit der ersten bundesweiten Kampagne zum Thema "Seelische Gesundheit" leistete der FGÖ einen wichtigen Beitrag zur Enttabuisierung des Themas und dazu, wie seelische Gesundheit gefördert werden kann. Mit der Kampagne "Nachdenken statt Nachdenken" konnte zuletzt ein sichtbarer Erfolg erzielt werden:
Gemeinsam mit dem Lebensmittelhandel gelang es, einen deutlichen Anstieg der Kontrolle des Alkoholverkaufs an Jugendliche zu erreichen. Die Zahl der Einlieferungen von Jugendlichen mit Alkoholvergiftungen ging darauf hin um 20% zurück.

Psychische Beschwerden sind eine der wichtigsten Herausforderungen der Zukunft

Diese Erfolge dürfen nicht verdecken, dass die Herausforderungen für die Gesundheitsförderung immer größer werden, über die Adipositas-Epedemie wurde medial schon eingehend berichtet. Weniger offensichtlich, aber um Nichts weniger Besorgnis erregend sind psychische Beschwerden: Depressionen sollen bis zum Jahr 2020 die nach Herz-Kreislauferkrankungen am weitesten verbreiteten Lebensbeeinträchtigungen sein. Mehrere Befunde lassen auch in Österreich die Alarmglocken läuten: immer mehr Volksschüler leiden unter Stress, psychischen und psychosomatischen Beschwerden; rund ein Drittel der Jugendlichen gibt an, regelmäßig an Kopfschmerzen, Gereiztheit, Nervosität, Schlafstörungen und Müdigkeit oder Erschöpfung zu leiden. Die Zahl der verordneten Psychopharmaka ist seit 1995 von 4,8 Mio. auf 10,5 Mio. im letzten Jahr angestiegen. Die Zahl der Krankenstandstage aufgrund von psychiatrischen Krankheiten hat zwischen 1991 und 2007 um 125% zugenommen, während die Zahl der Krankenstandstage insgesamt im gleichen Zeitraum um 9% zurück ging. Bei den Gründen für Invaliditätspensionen nehmen psychiatrische Erkrankungen mit 27% bereits die zweite Stelle ein.

Bevölkerung wünscht sich eine Stärkung der Gesundheitsförderung

"Nur 1,6% der Gesundheitsausgaben von 26 Mrd. Euro werden in "Prävention und öffentlicher Gesundheitsdienst" investiert, der Löwenanteil wird für die Behandlung ausgegeben. Angesichts der auf uns zukommenden Aufgaben sind die Ausgaben für Gesundheitsförderung zu knapp bemessen." betont Mag. Christoph Hörhan, der Leiter des FGÖ. Die Bevölkerung weiß er dabei auf seiner Seite. Eine im Juli 2008 durchgeführte repräsentative Gallup-Umfrage ergab, dass sich 62% der Bevölkerung dafür aussprechen künftig verstärkt in "Gesundheitsvorsorge, Gesundheitsförderung und Prävention" zu investieren. Dieser Wunsch wird am häufigsten genannt, erst dahinter folgen z.B. die flächendeckende Versorgung mit Ärzten bzw. die Ausbildung des medizinischen Personals.

Der FGÖ ist ein Garant dafür, dass die Mittel effizient eingesetzt werden, da in den letzten Jahren die Erfolgsmessung und Qualitätssicherung sehr stark ausgebaut wurden. Ziel ist es, die Mittel so einzusetzen, dass sie die größte Wirkung erzielen können. Eine solche Zielgruppe sind sozial benachteiligte Menschen, die gesundheitlich besonders großen Risiken ausgesetzt sind, öfter erkranken und auch früher sterben.

Ein Beispiel für eine Initiative, die diese vielen Aspekte berücksichtigt, ist das im Herbst startende Programm zur Herz-Kreislaufgesundheit. Massenmediale Elemente werden Lust aufs gesunde Leben machen und zur Bildung einer Gemeinschaft Gleichgesinnter animieren, die sich um ihr Herz kümmert. Gemeinsam mit vielen Unternehmen und Organisationen werden die Österreicherinnen und Österreicher in vielen Alltagssituationen auf "herzgesunde Angebote" treffen, die es leichter machen, die guten Vorsätze auch umzusetzen.

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Mag. Markus Mikl, Leiter Kommunikation
Gesundheit Österreich GmbH
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Tel.: 01 895 04 00-16
E-Mail: markus.mikl@fgoe.org
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