Greenpeace: Riesenerfolg für Indonesiens Urwälder

Gouverneur von Riau kündigt Moratorium gegen die Abholzungen an

Pekanbaru/Sumatra (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace begrüßt die Entscheidung des Gouverneurs der indonesischen Provinz Riau auf Sumatra, Wan Abu Bakar, die Urwaldzerstörung für Palmöl-Plantagen endlich zu stoppen. Er kündigte ein entsprechendes Moratorium im Rahmen einer Klimakonferenz in der Provinzhauptstadt Pekanbaru an. "Das ist ein Riesenerfolg für uns in Indonesien", freut sich Greenpeace-Sprecher Jurrien Westerhof, der noch im Herbst letzten Jahres selbst an mehreren Aktionen gegen den Urwald-Kahlschlag in Riau beteiligt war.

Die Abholzung der indonesischen Wälder, zumeist von der Errichtung von Palmöl-Plantagen begleitet, ist für vier Prozent des gesamten Treibhausgas-Aufkommens auf unserem Planeten verantwortlich. Damit steht Indonesien aufgrund seiner massiven Waldrodungen weltweit bereits an dritter Stelle bei sämtlichen CO2-Emissionen. Allein die Provinz Riau beherbergt rund ein Viertel aller indonesischen Palmöl-Plantagen, und noch immer liegen Pläne vor, die Plantagenflächen um weitere zweihundert Prozent zu erweitern. Doch gerade dort wachsen die Wälder üblicherweise auf Torfböden, in denen enorme Mengen an CO2 gespeichert werden. Die Abholzungen erfolgen jedoch zumeist durch Brandrodungen, welche die Böden völlig zerstören und die Bevölkerung, die seit Jahrtausenden von den Wäldern gelebt hat, in die Slums der nächsten Städte vertreiben.

"Diese heutige Entscheidung für ein Moratorium ist richtungsweisend für ganz Indonesien. Wir hoffen, dass nun auch die Regierung in Jakarta dem Beispiel Riaus folgt und endlich für das gesamte Land ein Moratorium gegen die Urwald-Abholzung beschließt", sagt Westerhof. "Für viele Inseln ist es ohnedies bereits zu spät, aber auf Papua und Kalimantan gibt es noch intakte Urwälder, die ebenfalls von geplanten Kahlschlägen bedroht sind", informiert der Greenpeace-Aktivist.

Mitverantwortlich für die Rodungen in Indonesien ist auch die europäische AgrotreibstoffPolitik. Dadurch ist die Nachfrage nach Pflanzenöl als Rohstoff für Agrodiesel immens in die Höhe geschossen, und die Preise dafür sind entsprechend angestiegen. Viele Konzerne in Indonesien und Malaysia haben sich diese Marktlücke zunutze gemacht und von der indonesischen Regierung Konzessionen für Plantagen auf Urwaldgrund erhalten. "Wir rufen Umweltminister Pröll und seine europäischen Kollegen einmal mehr dazu auf, die völlig überzogenen Agrotreibstoff-Ziele endlich auf Eis zu legen und damit endlich den Druck von Indonesiens letzten Urwäldern zu nehmen", so Jurrien Westerhofs abschließender Appell.

Rückfragen & Kontakt:

Attila Cerman, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-3435354
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace CEE, Tel.: 0664-6126701

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001