Pharmig: Gesundheit ist ein dynamisches System

Innovation und Demografie als Wert betrachten

Wien (OTS) - Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber kommentiert eine Aussendung der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse, nach der die Medikamente als Kostentreiber identifiziert werden.

"Zu den Aussagen von OÖGKK-Obmann Alois Stöger bezüglich der Ausgabensteigerungen bei Medikamenten in den Jahren 2007 und 2008 können wir leider keine fundierten Aussagen treffen. Die oberösterreichische Gebietskrankenkasse hat ihre Gebarung für das letzte und das laufende Jahr noch nicht offengelegt", so Huber. Ob die Zahlen inklusive Steuer und Rezeptgebühr dargestellt sind, gehe nicht aus der Aussendung hervor. Insgesamt lassen es die Zahlen an Transparenz fehlen, so Huber. "Es ist für eine sachliche Diskussion nicht förderlich, mit inoffiziellen, bzw. nicht nachvollziehbaren Daten zu argumentieren".

Anderen Aussagen Stögers kann Huber hingegen zustimmen: "Es ist absolut richtig, dass die demografische Entwicklung in Österreich einer der Hauptfaktoren für die steigenden Ausgaben in der Gesundheitsversorgung ist. Ich bin erfreut, dass die Krankenkassen diese Tatsache mittlerweile akzeptiert haben." Während die Bevölkerung in Österreich nach Statistik Austria in den Jahren 1997 bis 2007 um rund 4 Prozent gestiegen ist, verzeichnet die Altersgruppe 65+ im gleichen Zeitraum einen Zuwachs von mehr als 16 Prozent.

Problematisch hingegen findet Huber die Tatsache, dass dieser Trend ausschließlich mit explodierenden Kosten im Gesundheitswesen in Verbindung gebracht wird. "Es ist eine Errungenschaft unserer Medizin und unserer Gesellschaft, dass wir immer älter werden und bis ins hohe Alter gesünder bleiben. Dies sollte als Wert und nicht als Last anerkannt werden. Es ist weder sozial noch fair, Menschen, die ihr ganzes Leben gearbeitet und Beiträge in dieses System eingezahlt haben, das Gefühl zu geben, sie seien schuld an der Finanzmisere der Krankenkassen."

Die oberösterreichische Gebietskrankenkasse benennt als die drei wichtigsten Faktoren bei der Entwicklung der Medikamentenkosten Menge, Preis und Demografie. "Ich vermisse bei dieser Aufzählung die Innovation", so Huber, "die Fortschritte in der Forschung lassen uns heute Krankheiten behandeln, die vor wenigen Jahren noch nicht therapierbar waren. Medikamente werden immer effizienter, lassen sich besser dosieren und leichter einnehmen. Mit dem Begriff 'Scheininnovation' kann ich in diesem Zusammenhang nichts anfangen. Ich wage zu behaupten, dass jeder Patient eine Tablette der Injektionsnadel oder gar einer Operation vorzieht. Die Gesundheitsversorgung ist ein dynamisches System, das nicht nach starren Faktoren 'berechnet' werden kann. Das beweisen Innovation und Demografie. Es geht hier um Menschen, nicht um Gleichungen. Wenn man beginnt, Entwicklungspotentiale nach ökonomischen Faktoren zu begrenzen, bedeutet das nichts anderes als Rationierung."

"Es wird Zeit, dass sich die Krankenversicherungen aktiv für ihre Beitragszahler einsetzen und zu echten Gesundheitsorganisationen werden", findet Huber. Mehr Wettbewerb unter den Krankenversicherungen würde nicht nur den Weg für mehr Innovationen bereiten, sondern auch zwei Vorteile bringen: die Verbesserung individueller Behandlungsergebnisse und eine bessere öffentliche Gesundheit. "Und eine gesunde Bevölkerung kostet auch weniger als eine kranke", so Huber abschließend.

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