Buchinger zu Produktgestaltung: Barrieren für Senioren abbauen

Interesse in der Wirtschaft wecken

Wien (SK) - "In der seniorengerechten Gestaltung von Produkten vereinen sich sozialpolitische und konsumentenschutzpolitische Fragestellungen", so Sozialminister Erwin Buchinger am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Präsentiert wurde eine Studie vom IFES zum Thema seniorengerechte Produkte, welche im Auftrag vom Sozialministerium erstellt wurde. Von acht Millionen Österreichern sind derzeit 1,6 Millionen Menschen älter als sechzig Jahre, das ist jeder Fünfte, 2030 wird bereits jeder Dritte in diese Altersgruppe fallen. Daher ist es nötig, so Buchinger, dass auf diese Altersgruppe besonders Rücksicht genommen wird. ****

Buchinger nannte den Trend zur Selbstbedienung und Automatisierung, der "aus sozialpolitischer Sicht kritisch zu beurteilen ist". Wenn man gleiche Teilhabechancen für alle Bevölkerungsgruppen wolle, dann müsse man in den Dialog mit den Anbietern eintreten. Im Bereich Internet und Handy gebe es noch immer "starke Barrieren", von technologischer Seite werde wenig gemacht, um diese Barrieren abzubauen. Das Sozialministerium gestalte seine eigene Homepage gerade senoriengerecht um, sie solle zur "State of the art-Website werden, an der sich andere orientieren können". Ebenfalls erwähnt wurde von Buchinger die Auszeichnung von Lebensmitteln, oftmals werde eine zu kleine Schrift, etwa bei den Inhaltsstoffen, verwendet, hier befinde man sich bereits "in einem konstruktiven Dialog" mit dem Gesundheitsministerium.

Um Verbesserungen für Senioren in der Produktgestaltung herbeizuführen, kündigte der Sozialminister an, "mit den Unternehmerverbänden - mit Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer - in den Dialog zu treten, damit diese in ihren Fachgruppen die Awareness erhöhen." Er zeigte sich überzeugt, dass nur das "Interesse der Betriebe geweckt werden muss". Insgesamt, so Buchinger, wurden seniorengerechte Verbesserungen auch vielen anderen Bevölkerungsgruppen zu Gute kommen.

"Die Teilnahme am öffentlichen Leben erfordert bestimmte Fähigkeiten - und die gehen im Alter manchmal verloren oder sie wurden nie erlernt", betonte Georg Michenthaler vom Meinungsforschungsinstitut IFES. Die Studie habe eindeutig gezeigt, so Michenthaler, dass die Produktwelt Barrieren aufstellt. So habe sich etwa gezeigt, dass von Befragten, 41 Prozent der über 70jährigen große Probleme haben, das Ablaufdatum bei Lebensmittel zu lesen, 79 Prozent dieser Altersgruppe haben Schwierigkeiten, ein Handy zu bedienen. Auch er zeigte sich überzeugt, dass ältere Menschen als Trendsetter betrachtet werden können, würde man ihren Bedürfnissen nachkommen, wäre vieles auch für jüngere Bevölkerungsgruppen erleichtert. (Schluss) sw/vs

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