"Glaube, Liebe, Hoffnung" im Bockkeller des Volksliedwerks

Wien (OTS) - Nach zwei Produktionen findet eine Ödön von Horváth-Trilogie des Armen Theaters Wien nun mit "Glaube, Liebe, Hoffnung" ihr Ende. An insgesamt acht Terminen wird der Bockkeller des Wiener Volksliedwerks (16., Gallitzinstraße1) zum Schauplatz typischer Horváth-Tragödien der "kleinen Leute". Keine großen Inszenierungen, kein Bühnenbild und wenig Requisiten - damit schafft das Arme Theater Wien eine beeindruckende Nähe zum Stück und zu den Figuren.

Als Zuschauer mitten auf der Bühne

"Kleiner Totentanz in fünf Bildern" ist der Untertitel des Stücks, das im Jahr 1936 in Wien uraufgeführt wurde. So schlicht kommt es einem als Zuschauer auch vor: Der Regisseur Erhard Pauer hat die "Unentrinnbarkeit der Elisabeth" hier besonders gut in Szene gesetzt. Sie ist praktisch spürbar für das Publikum, das in dem kleinen Festsaal (Bockkeller) des Volksliedwerks direkt am Geschehen sitzt, denn eine Bühne gibt es nicht. Mit den in drei Reihen aufgebauten bescheidenen Holzstühlen finden rund 50 Personen direkt vor der Szenerie platz. Die Schauspieler verstehen es, mit wenig Requisite eine dichte Atmosphäre zu schaffen. Die 75 Minuten, die das Stück dauert, sind trotz des tragischen Stoffes gefüllt mit komischem Wortwitz, wunderbarem Timing und dem immer präsenten Ausdruck der Schauspieler. Hervorzuheben ist hier vor allem der junge Schauspieler Michal Schusser, der in der Rolle des Präparators eine besonders beeindruckende Wandlung vom netten, hilfsbereiten jungen Mann zum selbstgerechten Widerling durchlebt. Auch die sprachliche Qualität der Inszenierung fällt auf: Kein aufgesetzter Dialekt wird hier gesprochen, sondern eine angenehm wienerisch gefärbte Redeweise füllt den Raum. Die Premiere am Mittwoch Abend endete mit großem Applaus.

Inhalt von "Glaube, Liebe, Hoffnung"

Elisabeth, eine junge Frau, die um ihr Überleben kämpft, kommt in eine folgenschwere Zwicklage: Wegen alter Schulden und eines neuen Vertreterjobs, für den sie einen Gewerbeschein kaufen muss, braucht sie Geld. Ein junger Präparator leiht ihr das notwendige Geld, da er glaubt, sie brauche es, um sich einen Gewerbeschein kaufen zu können. Kurz darauf erfährt er aber, dass Elisabeth das Geld zur Bezahlung einer Vorstrafe verwendet, die sie wegen ihrer Verkäufertätigkeit ohne Gewerbeschein erhalten hatte. Er zeigt sie wegen Betruges an und sie wird zu 14 Tagen Haft verurteilt. Als sich später ein junger Polizist in Elisabeth verliebt, verschweigt sie ihm den Gefängnisaufenthalt. Er will sie heiraten, bis eines Tages ihre Vergangenheit ans Licht kommt. Enttäuscht über ihre Lügen wendet er sich von ihr ab und entscheidet sich für seine Karriere. Von ihrem Glauben, von ihrer Liebe und von ihrer Hoffnung verlassen, stirbt sie.

Details zum Spielplan

"Glaube, Liebe, Hoffnung", von 18. bis 21., 23. bis 25. und 27. August im Wiener Volksliedwerk, Beginn ist jeweils um 20.00 Uhr, Karten kosten 15 Euro (12 Euro ermäßigt) pro Person.

Zwei weitere Veranstaltungen komplettieren den Horváth-Sommer:
Wiederaufgenommen wird die Produktion "Kasimir und Karoline", bei der Erhard Pauer ebenfalls Regie führte. Vorstellungen gibt es am 17., 22. und 26. August. Eine szenische Lesung von "Stunden der Liebe" findet am 28. August statt. Beides ebenfalls im Wiener Volksliedwerk, auch hier der Beginn jeweils um 20.00 Uhr. Nähere Infos auch unter www.armestheaterwien.at . (Schluss) rav

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