Hutter: NÖGKK hat Hausaufgaben gemacht, jetzt ist Politik am Zug!

Trotz starker Einnahmenzuwächse weiterhin 50 Mio. Euro Defizit

St. Pölten (OTS) - Die jüngste Hochrechnung der NÖ Gebietskrankenkasse ergibt trotz aller Einsparungen durch die Kasse und einem deutlichen Zuwachs bei den Beitragseinnahmen für 2008 ein negatives Ergebnis von -50,3 Mio. Euro.

Obwohl die NÖGKK für 2008 eine Steigerung der Beiträge von 7,1% erwartet, ist es nicht möglich, auch nur in die Nähe einer ausgeglichenen Gebarung zu kommen. Dazu NÖGKK-Obmann KR Gerhard Hutter: "Unser Hauptproblem ist weiterhin die gewaltige Steigerungsrate bei den Medikamenten. Für 2008 erwarten wir Medikamentenaufwendungen von 446 Mio. Euro, das ist ein Plus von 8 Prozent. Damit sind die Medikamente zu unserer größten Ausgabenposition geworden, sie beträgt 26% der gesamten Versicherungsleistungen."

Die demografische Entwicklung und der überdurchschnittlich hohe Anteil an Pensionisten bei der NÖGKK wirkt sich bei den Medikamenten besonders deutlich aus. Ein 30-Jähriger verbraucht jährlich Versicherungsleistungen (inkl. Medikamente) von durchschnittlich 600 Euro, während bei einem 80-Jährigen durchschnittlich 3000 Euro anfallen.

Die Kasse hat gemeinsam mit der niederösterreichischen Ärztekammer laufend Programme umgesetzt, damit bei gleich bleibender Qualität ökonomisch verschrieben wird, darüber hinaus hat die NÖGKK in den letzten Jahren in ihrem Bereich - von den Verwaltungskosten bis hin zu satzungsmäßigen Mehrleistungen - Einsparungen vorgenommen. "Nun ist es aber höchste Zeit, dass auch die Politik ihre Verantwortung ernst nimmt", appelliert Hutter.

Zwei vordringliche Forderungen - die sich auch im Bericht des Rechnungshofes finden - gilt es laut Hutter politisch umzusetzen. Erstens die volle Abgeltung der nichtabziehbaren Vorsteuern (z. B. auf Medikamente) und zweitens die Anhebung des Beitrages des Bundes zur Krankenversicherung der Pensionisten für die Gebietskrankenkassen, der deutlich niedriger ist als z. B. der der Kassen für Bauern oder Gewerbetreibende. Hutter: "Es ist nicht einzusehen, warum dem Staat ein ASVG-Pensionist weniger wert ist als etwa ein Gewerbetreibender!"

Auch die Prognoserechnungen für die Jahre 2009 und 2010 zeigen -unter Berücksichtigung aller Sparmaßnahmen, die seitens der Selbstverwaltung laufend umgesetzt werden - dass die Defizite steigen (2009: Minus 65 Mio. Euro, 2010: Minus 95 Mio. Euro). "Endlos können die Leistungen nicht über teure Kredite finanziert werden", betont der NÖGKK-Obmann.

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