Hohe Medikamentenkosten: OÖ Apotheker bieten Hilfe an

Geplante Apotheker-Projekte dämpfen Kosten - Für gemeinsame Lösungen

Linz (OTS) - Die gestern, Mittwoch, von der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖGKK) verlautbarte Kostenexplosion bei Medikamenten könnte mit Hilfe von Apotheker-Projekten eingedämmt werden. "Wir haben in der jüngeren Vergangenheit einige Projekte zur Kostensenkung bei Medikamenten angeregt", erklärt Mag. pharm. Thomas Veitschegger, Präsident der Apothekerkammer Oberösterreich.

Durch das Scheitern der Gesundheitsreform sei bedauerlicherweise keines dieser Projekte realisiert worden. Veitschegger: "Wir sind aber nach wie vor bereit, das Kostenproblem bei Arzneimitteln mit der Gesundheitspolitik und den Krankenkassen gemeinsam zu lösen. Dabei sehen wir uns als Partner der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse und streben eine noch engere Kooperation im Sinne einer optimalen Patientenbetreuung an."

Allein der Arzneimittel-Sicherheitsgurt könnte das österreichische Gesundheitssystem um 150 Millionen Euro pro Jahr entlasten. Der Sicherheitsgurt prüft, ob eingenommene Medikamente zusammenpassen, und ist in den Salzburger Apotheken ein Jahr lang erfolgreich als Pilotprojekt getestet worden. Bei einem bundesweiten Roll-out - der selbstverständlich auch Oberösterreich inkludiert - ist allerdings die volle Unterstützung der Gesundheitspolitik in rechtlicher und finanzieller Hinsicht gefordert.

Die Aut idem-Regelung - eine moderne Form der Medikamentenabgabe -die in 17 Ländern Europas bereits praktiziert wird, könnte laut dem Österreichischen Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) zu jährlichen Einsparungen bei Medikamenten von rund 35 Millionen Euro führen. Die Apotheker sind bereit, Aut idem durchzuführen und ihr umfassendes pharmazeutisches Wissen für das allgemeine Wohl der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen.

Weiters würde die Senkung der Mehrwertsteuer auf Medikamente von derzeit 20 Prozent auf 10 Prozent zu einer deutlichen Entlastung der kostengeplagten Bevölkerung führen. Dabei handelt es sich um eine jahrelange Forderung der Apotheker. "Es ist nicht einzusehen, dass lebensnotwendige Medikamente höher besteuert werden als Kaviar oder Champagner"; so Veitschegger.

An Ideen zur Kostendämpfung bei Arzneimitteln mangelt es der Apothekerschaft nicht, wenngleich die Medikamentenkosten durch die demografische Situation in den kommenden Jahren automatisch steigen werden. Auch die OÖGKK hat erkannt, dass die Kostensteigerungen kein Problem der Medikamentenpreise sind, sondern vor allem auf die demographische Entwicklung und den rasanten medizinischen Fortschritt zurückzuführen sind. Laut dem Institut für Pharmaökonomische Forschung (IPF) liegen die Medikamentenpreise in Österreich im EU-Vergleich im unteren Drittel.

Veitschegger: "Es ist wichtig rasch gegenzusteuern. Ich erwarte mir von der neuen Regierung ein offenes Ohr für unsere Vorschläge und eine zügige Umsetzung von Lösungen mit allen Beteiligten."

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