Medikamente sind keine Kostentreiber!

Apothekerverband antwortet auf Kritik der Oberösterreichischen GKK - Arzneimittelpreise in Österreich liegen unter dem EU-Schnitt

Wien (OTS) - Die Analyse der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse ist richtig, die Schlussfolgerungen sind zum Teil falsch, kommentiert heute, Donnerstag, der Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann die gestrigen Äußerungen von OÖ-GKK-Obmann Stöger gegenüber den Medien. "Es ist richtig, dass immer mehr Medikamente verschrieben werden und sich die Steigerungen in den Budgets der Krankenkassen widerspiegeln. Es ist jedoch falsch, die Lösung dieses Problems über die Preisschiene zu suchen", erklärt der Chef der selbständigen Apotheker Österreichs.

Die Forschung und Entwicklung auf dem Medikamentensektor tragen wesentlich zur Gesundung der Österreicher bei. Viele Operationen können durch gezielten und kontrollierten Einsatz von Medikamenten und die Beratung durch den Apotheker verhindert werden. Arzt und Apotheker tragen entscheidend zum Funktionieren dieses Systems bei, so Bachleitner-Hofmann. Daher: Medikamente werden auch in Zukunft vermehrt eingesetzt, weil Krankheiten wirksam behandelt und letztlich teure Folgekosten für große medizinische Eingriffe gespart werden können.

Das unabhängige Wiener Institut für Pharmaökonomische Forschung hat in einer großen Studie im heurigen Frühjahr bewiesen, dass Medikamente nicht zu den Preistreibern gehören, sondern Österreich im Vergleich mit den wichtigsten EU-Staaten unter dem Preisschnitt liegt. Die Preise pro Packung für bereits am Markt eingeführte und rezeptpflichtige Medikamente sind im Jahresvergleich in Österreich sogar um zwei Prozent gesunken, verweist Bachleitner-Hofmann auf die IPF-Erhebung.

Auf die Apotheker-Spannen zu "prügeln", sei eine "alte Leier", so der Apothekerverbands-Präsident weiter. Schon jetzt bilden die Spannen der apothekerlichen Leistungen das Schlusslicht im Vergleich zu anderen Dienstleistungen, wie die jüngste Studie der KMU-Forschung Austria beweist.

Bachleitner-Hofmann: "Der Staat bekommt fürs Nichtstun pro Packung mehr an Steuern als die Apotheker an Entgelt für die Leistung. Damit finanzieren wir aber die Arzneimittelsicherheit, die Medikamentenkontrolle und -beratung, die Ausbildung der Mitarbeiter/innen und die Tag- und Nacht-Dienste in ganz Österreich!"

Die Apotheker haben an die neue Regierung einen Vorschlag im Kampf gegen die Teuerung: "Die Mehrwertsteuer auf Medikamente gehört von 20 auf 10% gesenkt, das entlastet die einkommensschwachen Haushalte und schafft soziale Gerechtigkeit. Warum Kaviar als Lebensmittel mit 10%, Aspirin C als Medikament aber mit 20% mehrwertbesteuert wird, versteht kein Mensch", so der Präsident.

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