Samariterbund: Pflegegeldsystem muss laufend angepasst werden

Schnabl schlägt Anpassung an Verbraucherpreisindex vor

Wien (OTS) - Seit geraumer Zeit fordert der Samariterbund eine Erhöhung des Pflegegeldes. Dass noch vor der Wahl eine solche beschlossen wurde, ist ein erster, wichtiger Schritt. Präsident Franz Schnabl erwartet sich aber eine baldige Nachjustierung, die sich an der Realität der Betroffenen orientiert.

Trotz der prinzipiellen Freude über eine Pflegegelderhöhung stimmt der Samariterbund nicht in den Chor jener ein, die diesen Beschluss als "großen Erfolg" feiern. Speziell die geringe Erhöhung für Anspruchsberechtigte der Pflegegeldstufen 1 und 2 - die nahezu die Hälfte aller PflegegeldbezieherInnen stellen - ist für Präsident Franz Schnabl kein Grund zum Feiern: "Allein die derzeitige Inflationsrate frisst die Erhöhung vollständig auf. Eine möglichst rasche Anpassung ist eine politische Verpflichtung, daher sollte man nicht den Eindruck erwecken, dass den Menschen jetzt mehr Geld übrig bleibt. Schließlich wurden die Pflegegelder in den vergangenen acht Jahren nur einmal erhöht." Derzeit sind rund 400.000 Österreicherinnen und Österreicher auf Pflegegeld angewiesen.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Präsidenten des Pensionistenverbandes Karl Blecha untermauerte Schnabl seine Forderungen nach einer Pflegegelderhöhung, die mit den Ausmaßen der aktuellen Teuerungswelle Schritt halten kann: So wäre eine Anpassung an den Verbraucherpreisindex (VPI) aus dem Jahr 2000 eine geeignete Vorgehensweise, um hier die zuvor erwähnten Teuerungen abfedern zu können. Die Kosten dafür sollten aus der Vermögenszuwachssteuer oder durch alternative Finanzierungssysteme für die Pflege gedeckt werden. "Reagiert man darauf nicht entsprechend, hat das fatale Folgen, die die erst für 2010 ebenfalls versprochene Steuerreform nicht annähernd abdecken kann. Die Zahl der armutsgefährdeten Personen würde dadurch weiter steigen. Und das kann nicht im Sinne des Erfinders sein", so Schnabl.

Wenn die laufende Anpassung des Pflegegeldes aus der Vermögenszuwachssteuer finanziert werden könnte, wäre das ein wichtiger Schritt in eine solidarische Finanzierung der Pflege im 21. Jahrhundert. In der vom Sozialministerium eingerichteten Arbeitsgruppe zum Thema "Neugestaltung der Pflege" wurde auch dieser Finanzierungsansatz vorgeschlagen.

Mittel- und langfristig plädiert der Samariterbund-Präsident für die Einführung einer staatlichen Volksfürsorgeversicherung nach dem erfolgreichen norwegischen Modell, für eine Koppelung der Gesundheits- und Pflegefinanzierung, für die Verbesserung des Angebotes an Pflege- und Betreuungseinrichtungen und für die Förderung von Pflegenetzwerken inkl. Ausbau der ambulanten Dienste. Zusätzlich geht es um die Schaffung einheitlicher Berufsbilder. In einer neuen Struktur können die Gemeinden als Drehscheibe im Pflegebereich agieren.

Seit 2006 fordert der Samariterbund umfassende Reformen im Pflegebereich. Das von vielen Seiten unterstützte Zehn-Punkte-Programm des ASBÖ bietet hierzu mittel- und langfristige Lösungen.

10-Punkte-Programm des ASBÖ:
www.samariterbund.net/oesterreich/pressefoyer/pressearchiv/544

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Mag. Martina Vitek
Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Tel.:0664/3582386
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