ÖH: Stellungnahme zu UG-Novelle negativ - viele wichtige Probleme bleiben unbehandelt

ÖH gibt negative Stellungnahme zur geplanten UG-Novelle ab - wesentliche Punkte wurden bei Novellierung vergessen

Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) spricht sich in ihrer heute an das Wissenschaftsministerium übersendeten Stellungnahme in allen wesentlichen Punkten gegen die geplanten Gesetzesänderungen aus. "Angefangen von den Zugangsbeschränkungen bis hin zu der Freigabe der Studienbeiträge für ausländische Studierende sowie der Entmachtung des Senats, sind nahezu alle behandelten Punkte dieser Gesetzesvorlage für uns absolut inakzeptabel", so ÖH Vorsitzender Samir Al-Mobayyed.

Besonders bitter stößt der ÖH dabei die geplante zunehmende Politisierung des Universitätsrates durch die Abschaffung der Vierjährigen Cool-Off Phase auf. Al-Mobayyed: "Wir haben momentan sowieso schon viel zu viel politische Einflussnahme an den Universitäten, die Cool-Off Phase abzuschaffen, würde außer den Finanzen gerade frisch pensionierter Politiker, niemanden helfen."

Weiters kritisiert die ÖH, dass viele wichtige Probleme liegen gelassen wurden. "Im Zuge der Bologna Umstellung wurde unter anderem komplett darauf vergessen die Toleranzsemester anzupassen. Momentan haben Studierende in einem Bachelorstudium lediglich ein Toleranzsemester. In Anbetracht der gänzlich überladenen Studienpläne ist das viel zu wenig, wir fordern daher mindestens zwei Toleranzsemester!" kritisiert Al-Mobayyed.

Unter anderem fordert die ÖH auch einen rechtlich gesicherten Anspruch auf einen Masterstudienplatz, zumindest in der selben Studienrichtung, nach dem Abschluss des Bachelorstudiums. Al-Mobayyed: "Der Bachelor ist momentan ein absolutes Novum am Österreichischen Arbeitsmarkt, es wäre in der jetzigen Situation absolut unverantwortlich die Studierenden allein mit diesem Abschluss von der UNI in die Arbeitswelt zu werfen." Die ÖH erteilt auch allen Arten von versteckten Zugangsbeschränkungen eine Abfuhr.

"Eingangsphasen mit Killerprüfungen sind für viele Studierende leider heute schon zum traurigen Alltag geworden, dieser Praxis muss ein Ende bereitet werden. Wir hoffen die Verantwortlichen begreifen, dass man hohe Qualität nicht mit Beschränkungen erreichen kann", so Al-Mobayyed.

Abschließend kritisiert die ÖH auch die zunehmenden Probleme bei der Anrechnung von Lehrveranstaltungen und Prüfungen. "Minister Hahn fordert eine zunehmende Internationalisierung der Österreichischen Studierenden, was durchaus begrüßenswert ist. Für uns stellt sich jedoch die Frage welcher Studierende noch freiwillig ins Ausland geht wenn ihm Prüfungen hierzulande nur unter größten Widerständen, wenn überhaupt, angerechnet werden. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden", so Al-Mobayyed abschließend.

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