Faymann: "Wir verlieren mit Altbundeskanzler Fred Sinowatz einen großen Politiker und Menschenfreund"

Ehemaliger SPÖ-Vorsitzender Sinowatz hat für Sozialdemokratie Unschätzbares geleistet

Wien (SK) - "Mit großer Betroffenheit und in tiefer Trauer nehmen wir Abschied von Fred Sinowatz", erklärte SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann zum Tod des ehemaligen SPÖ-Vorsitzender, Altbundeskanzler Fred Sinowatz, der heute im 80. Lebensjahr verstorben ist. "Wir verlieren mit Fred Sinowatz einen großen Politiker und einen wahren Menschenfreund, der Unschätzbares für die Menschen in Österreich und die Sozialdemokratie geleistet hat". Als langjähriger Unterrichtsminister hat Fred Sinowatz immer nach dem für die SPÖ bis heute gültigen Motto "Jede Investition in die Ausbildung unserer Kinder ist eine Investition in die Zukunft des Landes" gehandelt. "Und auch als Bundeskanzler hat Fred Sinowatz, der seinem geliebten Burgenland stets eng verbunden blieb, nie seine Wurzeln vergessen. Jene Wurzeln, die die Sozialdemokratie bis heute stark machen:
Nämlich der unbedingte Glauben daran, dass Politik für die Menschen da sein muss", so Faymann in Würdigung des beliebten Politikers Fred Sinowatz. ****

Faymann würdigte den unermüdlichen Einsatz Fred Sinowatz’ als SPÖ-Parteivorsitzender, der "für die österreichische Sozialdemokratie von unschätzbarem und bleibendem Wert ist. Mit der Entwicklung moderner, zukunftsweisender Konzepte hat Fred Sinowatz wichtige Grundlagen für die Wahlerfolge der SPÖ in den sechziger und siebziger Jahren geschaffen". "Was Fred Sinowatz immer ausgezeichnet hat, ob als Landespolitiker oder als Bundeskanzler der Republik Österreich und langjähriger Parteivorsitzender der SPÖ, war sein offenes Zugehen auf, sein Verständnis für und seine Liebe zu den Menschen sowie seine hohe Glaubwürdigkeit. Zu keiner Zeit hat Fred Sinowatz, der seiner burgenländischen Heimat Neufeld zeitlebens aufs Engste verbunden blieb, seinen guten Draht zu den Menschen verloren. Das hat ihn als großen Politiker und als guten Freund immer ausgezeichnet", bekräftigte Faymann.

Aber auch in der Bildungspolitik habe Fred Sinowatz mit seinem Reformwerk Wichtiges und Bleibendes hinterlassen: "Unter Fred Sinowatz wurde das österreichische Bildungssystem modernisiert und in Richtung auf eine größere soziale und regionale Chancengleichheit geöffnet. Egal aus welcher sozialen und gesellschaftlichen Schicht das Kind oder der Jugendliche stammte, der freie Zugang zur Bildung wurde dank Fred Sinowatz garantiert. Davon haben so wie ich viele Menschen profitiert. Dafür und für alles andere, was Du uns hinterlassen hast, sind wir Dir zutiefst dankbar. Fred, Du hast uns unendlich viel gegeben und Du wirst uns allen fehlen. Die Sozialdemokratie verliert einen großartigen Freund und einen Mann, der mit Leib und Seele Politiker war. Unser tief empfundenes Mitleid gilt in dieser schweren Stunde den Angehörigen von Fred Sinowatz", gab Faymann seiner Trauer Ausdruck.

Abschließend erinnerte SPÖ-Parteivorsitzender Werner Faymann an ein Interview, in dem Fred Sinowatz auf die Frage, was von ihm eines Tages in den österreichischen Geschichtsbüchern zu lesen sein soll, geantwortet hatte: "Wenn ein Satz gesagt würde, dann vielleicht der, dass Fred Sinowatz einer jener Politiker gewesen ist, für den Politik nicht nur ein vordergründiges Geschäft war, sondern wirklich ein Lebensinhalt, und der auf allen Gebieten der Politik versucht hat, die Verbindung der Politik zum Menschsein zu bewahren. Ich hoffe, dass es so gesagt wird." Faymann dazu: "Lieber Fred, für jeden, der dich kennenlernen durfte, war klar, dass du als Politiker immer auf der Seite der Menschen gestanden bist. Wir werden deiner immer gedenken, du warst ein großartiger Politiker und ein großer Menschenfreund."

Kurzvita Fred Sinowatz

Fred Sinowatz wurde am 5. Februar 1929 im burgenländischen Neufeld an der Leitha geboren. Nach dem Besuch von Volksschule und Gymnasium maturierte er 1948 und studierte anschließend an der Universität Wien. 1953 promovierte der Historiker und begann Ende der Fünfziger Jahre seine politische Karriere in der SPÖ.

Von 1961 bis 1978 war er Landesparteisekretär der SPÖ Burgenland, und von 1961 bis 1966 Abgeordneter im Burgenländischen Landtag, dessen Präsident er zugleich von 1964 bis 1966 war. Von 1966 bis 1971 war er dann Landesrat für Kultur. Nach dem SPÖ-Wahlsieg vom 10.Oktober 1971 wechselte Sinowatz ins Unterrichtsministerium, das er von 1971 bis 1983 leitete. Er ist damit bis heute der längstdienende Unterrichtsminister der Zweiten Republik.

Stellvertretender Vorsitzender der SPÖ Burgenland 1978, Mitglied des Bundesparteipräsidiums der SPÖ 1981-1988, Bundesparteivorsitzender der SPÖ 1983-1988. Das Amt des Bundeskanzlers hatte er schließlich von 1983-1986 inne. In der Krise um die Besetzung der Hainburger Au sorgte Sinowatz mittels eines Rodungsstopps und der Verkündung des sogenannten "Weihnachtsfriedens" am 22. Dezember 1984 für eine Entspannung. Letztendlich werde auf den Bau des Kraftwerks verzichtet.

1988 trat Sinowatz von all seinen politischen Ämtern und Funktionen zurück und zog sich ins Privatleben zurück. Im Jahr 2004 erhielt Sinowatz das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien mit dem Stern. (Schluss) mb

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