"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Vier Anwälte für zwei Bären" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 11.08.2008

Wien (OTS) - Vier aus unser aller Steuergeld bezahlte "Bärenanwälte" gibt es derzeit in Österreich - und ganze zwei bis drei Bären. Eine staatlich finanzierte "Koordinierungsstelle für Braunbärfragen" sorgt sich ums Bärenmanagement, die Bundesforste sind mit von der Partie.
Damit nicht genug der Kosten: Das Bundeskriminalamt geht intensiv der Frage nach, wohin die bisher ausgesetzten oder hierzulande geborenen Bären verschwunden sind. Vermutlich wurden sie "illegal entnommen", wie die Bärenschützer den verbotenen Abschuss der Tiere blumig umschreiben.

Das Landwirtschaftsministerium von ÖVP-Nachwuchshoffnung Josef Pröll zeigt sich jetzt nicht abgeneigt, auf Wunsch des WWF weitere 300.000 Euro Fördermittel für die Ansiedlung von Bären flüssig zu machen. Damit wäre auch die Beschäftigung ihrer Anwälte nachhaltig gesichert. Nun sind dreihunderttausend Euro gewiss nicht die Welt, vergleicht man sie mit dem gesamten Budgetdefizit. Aber der Landwirtschafts- und Lebensminister könnte mit dem Geld trotzdem weit Vernünftigeres für Mensch und Umwelt tun. Vor allem könnte er den Verdacht aus der Welt schaffen, dass Bruder Bär ihm näher steht als Nachbar Mensch.

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