Leitner: Arbeitslosigkeit darf nicht in die Armutsfalle führen

SPÖ NÖ sieht klaren Handlungsbedarf bei Arbeitlsosengeld und Notstandshilfe

St. Pölten (OTS) - "Ein/e durchschnittliche/r ArbeitnehmerIn bekommt im Falle der Arbeitslosigkeit finanzielle Unterstützung unterhalb der Einkommens-Armutsgrenze. Denn es ist ein Einkommen von mindestens 2.149 Euro brutto monatlich notwendig, damit man über der inflationsbereinigten Armutsgrenze bleibt. Mehr als 60 Prozent der ArbeitnehmerInnen verdienen weniger", informiert der Vorsitzende der SPÖ NÖ LHStv. Dr. Sepp Leitner zur aktuellen Untersuchung der Arbeiterkammer, wie sich die Inflation auf das Arbeitslosengeld und die Notstandshilfe ausgewirkt hat.

"Bereits jetzt sind 12,6 Prozent der ÖsterreicherInnen armutsgefährdet, in Niederösterreich sind dies 12,1 Prozent oder 189.000 Menschen. Und es kann nicht sein, dass Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben, beim Verlust ihres Jobs plötzlich in der Armutsfalle landen. Hier besteht dringender Handlungsbedarf", stellt Leitner fest. Zurzeit beziehen 177.000 Menschen Arbeitslosengeld, das niedriger ist als die Armutsgrenze, Frauen sind zu 75 Prozent von Armut bedroht, wenn sie arbeitslos werden. "Ohne Gegenmaßnahmen wird diese Zahl aufgrund der hohen Inflationsrate noch weiter steigen. Denn das durchschnittliche Arbeitslosengeld liegt mit 722 Euro 67 Euro unter der Armutsgrenze", erklärt Leitner.

Die SPÖ fordert ein umfangreiches, nachhaltig wirkendes Maßnahmenpaket gegen Arbeitslosigkeit und für die ArbeitnehmerInnen:
"Es muss die soziale Absicherung bei Arbeitslosigkeit besser werden -das europäische Niveau des Arbeitslosengeldes liegt bei 75 Prozent des Letzteinkommens, in Österreich sind es 55 Prozent", stellt der Landeshauptmann-Stellvertreter klar. Ein wichtiger erster Schritt ist, dass Arbeitslosengeld und Notstandshilfe an die Inflation angepasst werden müssen. Ergänzend dazu sollten aktive Arbeitsmarktpolitik (Bildung, Höherqualifizierung) und soziale Investitionen wie in Kinderbetreuungseinrichtungen (dadurch könnten viele Frauen eine Arbeit annehmen, von der sie auch leben können) oder in gesundheitliche Prävention gesetzt werden. "Ein wirksames Maßnahmenbündel sollte unter anderem eine umfassende Steuerreform mit einem höheren Steuerbonus für NiedrigverdienerInnen beinhalten, eine produktivitätsorientierte Lohnpolitik und die rasche Einführung einer bedarfsorientierten Mindestsicherung", formuliert Leitner. "Außerdem ist es notwendig, dass Lebensmittel geringer besteuert werden, weil davon die BezieherInnen geringer und mittlerer Einkommen besonders profitieren."

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Niederösterreich
Medienservice
Mag. Gabriele Strahberger
Tel: 02742/2255-121
www.noe.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSN0003