ÖAMTC: Freiheit mit Risiko - schwere Motorradunfälle am Wochenende

Club-Experte sieht mangelnde Übung und Selbstüberschätzung als häufige Auslöser

Wien (OTS) - Schönes Wetter und warme Temperaturen lockten auch am vergangenen Wochenende viele Biker auf die Straße. Doch der Preis für die "Freiheit auf zwei Rädern" kann hoch sein. Bei zehn schweren Unfällen mit Motorrädern verloren am Samstag vier Menschen ihr Leben, 14 Personen wurden teils schwer verletzt. Das Motorrad ist das Verkehrsmittel mit dem höchsten Risiko, tödlich oder schwer zu verunglücken. Zu wenig Fahrpraxis und mangelnde Fahrzeugbeherrschung gepaart mit Selbstüberschätzung sind für viele Motorradunfälle verantwortlich. "Wer nur hin und wieder am Wochenende und bei Schönwetter mit dem Motorrad fährt, dem fehlt die Übung", sagt Georg Scheiblauer, Motorrad-Chefinstruktor im ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum Teesdorf. "Nicht angepasste Geschwindigkeit und vor allem eine Unterschätzung der Kurvengeschwindigkeit sind dann Auslöser für schwere Unfälle."

2007 starben 96 Menschen bei Motorradunfällen, 3.587 wurden verletzt. Rund ein Drittel der tödlichen Motorradunfälle waren Alleinunfälle - meist in Folge eines Fahrfehlers des Lenkers. Unfälle im Begegnungsverkehr, zum Beispiel durch unbedachte und riskante Überholmanöver, verursachten ein weiteres Drittel aller tödlichen Motorradunfälle. "Vor allem wenig geübte Fahrer sollten das eigene Fahrkönnen nicht überschätzen und defensiv fahren. Unbekannte Strecken fordern die Konzentration stärker. Wer vorausschauend und kontrolliert fährt, kann Risikosituationen vermeiden bzw. Fehler anderer ausgleichen - ein Biker zieht gegen Pkw, Lkw oder Traktoren immer den Kürzeren, unabhängig von der Schuldfrage", sagt der ÖAMTC-Chefinstruktor. Scheiblauer empfiehlt aber nicht nur Hobbyfahrern zu mehr Vorsicht, Vernunft und Rücksichtnahme. Auch geübte Fahrer müssen sich des Risikos bewusst sein, dass schon der kleinste Fahrfehler fatale Folgen haben kann. Denn am Motorrad hat man keine Knautschzone. Neben einer umsichtigen Fahrweise hat auch die Bekleidung eine wichtige Schutzfunktion. Verantwortungsvolle Biker treten ihre Fahrt nur mit kompletter Schutzkleidung an. Auch der Beifahrer sollte nur mit vollständiger Ausrüstung mitfahren.

Besondere Regeln bei Ausfahrten in der Gruppe

Wenn mehrere Motorradfahrer in einer Gruppe unterwegs sind, gilt es besondere Spielregeln zu beachten: Der Schwächste bestimmt das Tempo der Gruppe, die Biker sollten versetzt fahren, Abstand halten und Pausen machen. "Auch wenn es Mut kostet - wer sich vom Tempo der anderen überfordert fühlt, sollte vom Gas gehen", rät ÖAMTC-Experte Scheiblauer. Um Unfälle zu vermeiden, sollten maximal fünf Biker miteinander auf Tour gehen und sich in punkto Fahrkönnen und Motorleistung aufeinander abstimmen.

Die Beherrschung der Maschine erfordert viel Übung. Bei den Fahrsicherheitstrainings des ÖAMTC kann mangelnde Übung ausgeglichen werden, geübte Biker können ihre Technik perfektionieren. Besonderes Augenmerk wird auf die richtige Kurven- und Blicktechnik sowie Notbremsungen gelegt. Auch die richtige Reaktion auf Extremsituationen kann man in speziellen Motorradkursen trainieren. "Beim Kurs lernt man das optimale Handling des Bikes. Bei plötzlichen Gefahren bleibt keine Zeit zum Überlegen - jede Bewegung muss automatisiert ablaufen, sonst kommt sie zu spät", sagt der ÖAMTC-Chefinstruktor. Nähere Infos unter www.oeamtc.at/fahrsicherheit.

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