Schuldenprobleme: Umfassende Maßnahmen sind nötig

Schuldenberatungen präsentieren Schuldenreport 2008

Wien (OTS) - Umfassende Maßnahmen zur Vermeidung und Bekämpfung privater Überschuldung in Österreich fordert die Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen asb anlässlich der Veröffentlichung des Schuldenreports 2008.

Sicherung der Beratung, verbesserter Zugang zum Privatkonkurs, Änderung der Exekutionsordnung, Recht auf ein Girokonto, verstärkte Investition in Prävention und verantwortliche Kreditvergabe sind zentrale Lösungsansätze.

Mehr als 41.000 Personen wurden im Vorjahr bei der Bewältigung ihrer Schuldenprobleme von einer staatlich anerkannten Schuldenberatung unterstützt, gut 5.000 der über 7.000 Personen, die 2007 Privatkonkurs eröffnen mussten, wurden dabei von einer Schuldenberatung betreut.
Von einem Mehrfachen an Menschen mit Schuldenproblemen in Österreich muss jedoch ausgegangen werden.

"Wer sich an eine Schuldenberatung wendet", so Dr. Hans W. Grohs, Geschäftsführer der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen asb, "hat das Problem - wenn auch oft reichlich spät - erkannt und den Weg zur Schuldenregulierung eingeschlagen. Betroffen sind jedoch weit mehr Personen." Zwar fehlen genaue österreichweite Studien und Zahlen zur Überschuldungsproblematik, "aufgrund unserer Erfahrungswerte und europäischer Vergleiche gehen wir jedoch von rund 300.000 überschuldungsgefährdeten Haushalten aus".

Um Schuldenprobleme zukünftig wirksamer zu vermeiden und zu bekämpfen, sei ein umfassendes Maßnahmenpaket notwendig. Neben dem verbesserten Zugang zum Privatkonkurs, insbesondere für Personen mit geringem Einkommen, seien eine Änderung der Exekutionsordnung, das Recht auf ein Girokonto auf Habenbasis, sowie die Sicherung der Beratungsleistung durch Schuldenberatungen und verstärkte Investition in Präventions- und Informationsprojekte, aber auch die verantwortlichere Kreditvergabe von Banken notwendig.

"Schuldenprobleme sind soziale Probleme, für die es umfassende Lösungen braucht", so Grohs. Ein Großteil der KlientInnen der Schuldenberatungen verfüge über vergleichsweise geringe Schulbildung (40,2% Pflichtschulabschluss, 51,7% Berufsschule und berufsbildende Schulen, 8,1 % Maturaniveau und darüber), über die Hälfte des Klientels muss mit weniger als 1.000 Euro im Monat auskommen, ein gutes Viertel lebt unter dem Existenzminimum, ein Drittel ist von Arbeitslosigkeit betroffen.

Angesichts steigender Ausgaben sei mit einer weiteren Zunahme von Schuldenproblemen zu rechen, Handlungsbedarf sei deshalb dringend geboten. "Die genannten Lösungsansätze werden seit Jahren diskutiert", eine konstruktive Bündelung aller relevanten politischen Kräfte sei im Sinne der Problemlösung gefordert.

Download auf www.schuldenberatung.at

  • Schuldenreport 2008
  • Zentrale Lösungsansätze zur Vermeidung und Bekämpfung von Ver-und Überschuldung

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