Skandal um Donaukanal: Vertuschung nach altbekanntem Muster?

GLOBAL 2000 kündigt unabhängige Probenentnahmen an!

Wien (OTS) - "Wenn es darum geht, Umweltskandale zu
bagatellisieren, ist die Stadt Wien in der Wahl ihrer Mittel mitunter sehr erfindungsreich", weiß Helmut Burtscher, Chemiker von GLOBAL 2000. "Die Vorgehensweise der Stadt Wien beim aktuellen Fall der Kontamination des Donaukanals erinnert bis ins Detail an die Reaktionen seitens der Stadt auf die Vorkommnisse rund um das Giftmülllager ÖSTAB."

Im Vorjahr hatte eine von GLOBAL 2000 beauftragte Bodenuntersuchung auf dem Gelände eines bankrotten Giftmüll-Entsorgungsbetriebs in Wien Simmering gesundheitsgefährdende Schwermetallbelastungen, die auch das Grundwasser gefährdeten, festgestellt. Da die Schwermetallbelastung den sogenannten "Maßnahmenschwellenwert" überschritten hatte, wären Sanierungsmaßnahmen durch die Stadt Wien erforderlich gewesen. "Doch die Stadt Wien hatte es vorgezogen, die Untersuchungsergebnisse eines akkreditierten Labors nicht anzuerkennen. Sie verwies - ebenso wie im aktuellen Fall der Kontamination des Donaukanals - auf Untersuchungen des Labors ESW Consulting Wruss ZT GmbH im Auftrag der MA 45, die entgegen der Ergebnisse von GLOBAL 2000 keine Gefährdung von Mensch oder Umwelt aufzeigten. Auf offizielle Anfrage von GLOBAL 2000 nach dem Umweltinformationsgesetz gab die Stadt Wien allerdings weder die Orte der Probenentnahme noch die Untersuchungsergebnisse bekannt. Später erfuhr GLOBAL 2000, dass die "Entlastungsproben" gar nicht auf dem Gelände des ehemaligen Giftmüllagers sondern auf benachbarten Grundstücken gezogen wurden.

"Dass die Stadt Wien zu solch unsauberen Tricks greift, um eigene Versäumnisse wie ihre jahrelange Untätigkeit beim Giftmülllager ÖSTAB, unter den Tisch zu kehren, hat uns damals sehr schockiert. Der persönliche Angriff auf die Reputation eines international angesehenen österreichischen Wissenschafters und die Behauptung, es handle sich um eine Retourkutsche für einen nicht vergebenen Forschungsauftrag durch das Büro der Umweltstadträtin Ulli Sima überbietet aber alles bisher Dagewesene ", empört sich Burtscher. Die im Profil-Bericht dargelegten Untersuchungsergebnisse von Prof. Knasmüller legen nahe, dass die im Donaukanal nachgewiesenen Konzentrationen an krebserregenden Substanzen durch illegale Einleitungen hervorgerufen werden. GLOBAL 2000 fordert daher dringend eine umfangreiche Untersuchung aller zuleitenden Kanäle und Gewässer auf ihre krebserregende Wirkung sowie eine vollständige Veröffentlichung aller Untersuchungsergebnisse und -orte.

GLOBAL 2000 kündigt darüber hinaus an, eine unabhängige Untersuchung der Wasserqualität des Donaukanals durchzuführen.

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