Braunbärenaussetzungspläne von WWF und Bundesforste sofort stoppen!

Wien (OTS) - - Braunbärenaussetzungspläne von WWF und Bundesforste sofort stoppen, Grundlagen für neuerliche Bärenaussetzungen fehlen zur Gänze !

- Artenschutz auf Basis von Meinungsumfragen und Beliebtheitsskalen ist schlichtweg unseriös, auch NP-Verwaltung Kalkalpen verantwortlich für Bärendilemma in Österreich !

- Zuerst Grundlagen schaffen und Hausaufgaben erledigen, damit neuerliche Braunbären-Aussetzungsaktion erfolgreich sein kann; artgerechte Fangmethode sicherstellen ! Die Wogen in der Frage der jüngsten Aussetzungspläne von Braunbären in Österreich gehen hoch. Dem Kuratorium Wald liegt nunmehr das Projektkonzept des WWF und der Österreichischen Bundesforste von Ende Juni 2008 vor. Dieses Projektkonzept bestätigt die vom Kuratorium Wald bereits getätigte Kritik an dem neuerlichen Aussetzungsvorhaben von Braunbären in Österreich zum jetzigen Zeitpunkt. Das Projekt verstößt gegen die Richtlinie der IUCN (Weltnaturschutzunion), welche vor einer neuerlichen Aussetzung einer Art die "Identifizierung und Beseitigung der ursprünglich für den Niedergang verantwortlichen Faktoren" vorschreibt. Die fachlichen Grundlagen für eine neuerliche Aussetzung auch nur eines einzigen Braunbären fehlen zurzeit zur Gänze. Unabdingbare Voraussetzung einer Aussetzung ist erstens das Vorliegen einer seriösen Untersuchung und wissenschaftlichen Erhebung über die Ursachen des Aussterbens. Zweitens müssen vor jedem Aussetzungsplan eines Braunbären nachweislich die früheren Aussterbungsursachen beseitigt worden sein. Das Kuratorium Wald warnt den WWF, die Bundesforste aber auch die Nationalparkverwaltung Kalkalpen davor, die Bärenaussetzung ohne objektive Aufklärung der ungeklärten Bärenverluste weiter voranzutreiben und wie angekündigt mittels Aktionen in der Öffentlichkeit "regelrecht zu erpressen". Das Kuratorium Wald würde in diesem Falle die Einschaltung des Rechnungshofes überlegen, da öffentliche Geldmittel verschleudert und die Braunbären bewusst einem neuerlichen Aussterben ausgesetzt werden, so Kuratoriumssprecher Hermann Dummer. In diesem Zusammenhang fordert das Kuratorium Wald auch Aufklärung von WWF und Bundesforste über die Fangmethoden der Braunbären, die in Slowenien und Kroatien gekauft werden sollen. Das Fangen mit Drahtschlingen ist sicherlich nicht artgerecht! Braunbärenbürokratie ufert aus: 4 Bärenanwälte bzw -manager für 2 Braunbären Erstmals wird im Projektkonzept bekannt, dass es in Österreich vier Bärenanwälte bzw -manager für nur zwei Braunbären gibt! Wenn dann im Positionspapier noch die Rede von der Notwendigkeit einer Verstärkung des Bärenmanagements durch die Bärenanwälte ist, dann fragt man sich, wie viele Anwälte ein Bär in Österreich braucht, so die Kritik Dummers an der ausufernden Bärenanwaltsbürokratie. Auch die Bundesländer müssen überlegen ob die Koordinierungsstelle für Braunbärfragen überhaupt noch den bürokratischen Aufwand wert ist, so Dummer. Meinungsumfragen und Beliebtheitsskalen keine Basis für Artenschutz ! Seriöse Artenschutzpolitik erfolgt abseits von Beliebtheitsskalen und Meinungsumfragen, nur auf Basis von Expertengutachten und Prioritätslisten, so das Kuratorium Wald. Kuratorium unterstützt nur seriöses Artenschutzprojekt Eine dauerhafte Etablierung des Braunbären in Österreich ist wünschenswert und wird unterstützt. Das erste Braunbärenprojekt des WWF scheiterte. Ein zweiter Versuch muß professioneller geplant und durchgeführt und auf eine breitere Basis gestellt werden. Das 5 Punkteprogramm des Kuratorium Wald sieht somit vor:

1. Aufklärung der Gründe des Scheiterns des Verschwindens der Bären in Österreich. Das "Projektkonzept zur Rettung der Alpenbären in Österreich 2008" nimmt offenbar an, dass illegale Entnahmen das Verschwinden der Bären verursacht haben und führen richtigerweise aus, dass in kleinen Populationen bereits wenige Entnahmen den Bestand zum Erlöschen bringen können.

2. Es ist daher unumgänglich, dass vor der Auswilderung neuer Bären mit der Jägerschaft und der Bevölkerung eine offene und ausführliche Diskussion über die Einstellung zu diesem Großbeutegreifer geführt wird.

3. In diesem Zusammenhang ist auch die Haltung der Viehzüchter im alpinen Raum zu erkunden und zu berücksichtigen. Auch die legalen Abschüsse von so genannten Problembären gefährden eine nachhaltige Entwicklung einer Bärenpopulation. Es kann in der österreichischen Kulturlandschaft nicht blauäugig erwartet werden, dass junge männliche Braunbären nicht in die Nähe menschlicher Siedlungen gelangen und sich von Vieh ernähren.

4. Die Erstellung einer Lebensraumanalyse betreffend Verfügbarkeit von Nahrungsressourcen im Lauf des Jahres.

5. Darauf aufbauend die Ermittlung der Zahl und des Zeitpunktes weiterer auszusetzenden Bären auf breitester Basis unter Einbeziehung aller NGO's.

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Erst wenn diese Vorleistungen erbracht wurden und die Ergebnisse berechtigte Hoffnung geben, dass die Auswilderung einer bestimmten Zahl von Bären zur dauerhaften Etablierung einer österreichischen Bärenpopulation führen werden, ist eine Bestandsstützungsaktion zu verantworten, so das Kuratorium abschließend.

Die jetzigen Pläne von WWF, Bundesforste und NP Verwaltung Kalkalpen müssen umgehend schubladisiert werden, da ansonsten riskiert wird, dass neue Bären in kürzester Zeit das Schicksal der bereits verschwundenen Bären teilen. Das Umsiedeln von Bären aus einem für sie günstigen Lebensraum in eine gefährliche Umwelt ist nicht verantwortbar, so das Kuratorium Wald.

Rückfragen & Kontakt:

Kuratorium Wald, Hermann Dummer, Tel. 01/4065938
Mail: kuratorium@wald.or.at

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