Österreich für Auslandsinvestoren attraktiver

FIW-Studie über Standortfaktoren

Wien (OTS) - Österreich konnte sich bei einigen für Direktinvestitionsentscheidungen wichtigen Standortfaktoren, insbesondere den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) und der durchschnittlichen effektiven Unternehmensbesteuerung, in den letzten Jahren verbessern. In einer aktuellen Studie des Wiener Institutes für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw) gemeinsam mit dem Department für Volkswirtschaft der WU Wien wurde im Rahmen des "Forschungsschwerpunktes Internationale Wirtschaft (FIW)" untersucht, welches Potential Österreich aufweist, weitere ausländische Direktinvestitionen anzuziehen. Dazu wurden in der Studie unterschiedliche Standortfaktoren über mehrere Länder verglichen. Die aktuellen Trends zeigen, dass Österreich bei einigen wichtigen Standortfaktoren Verbesserungen erzielt hat. Diese Änderungen dürften u. a. dazu beigetragen haben, dass die ausländischen Direktinvestitionen in Österreich in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet haben. So sind seit dem Jahr 2003 28 Mrd. Euro in multinationale Unternehmen in Österreich geflossen.

Österreich konnte sich bei einigen für Direktinvestitionsentscheidungen wichtigen Standortfaktoren, insbesondere den Ausgaben für Forschung und Entwicklung (F&E) und der durchschnittlichen effektiven Unternehmensbesteuerung, in den letzten Jahren verbessern. Das zeigen die Trends seit 2003 wie die folgende Übersicht zeigt, die die zuletzt verfügbaren Daten dazu enthält. Diese Übersicht zeigt die Daten für Österreich im Vergleich zu einem Referenzwert, der aus den Werten für mehrere west- und osteuropäische Länder ermittelt wurde (Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande, Österreich, Tschechien, Ungarn, USA, Slowakei und Slowenien):

Übersicht 1: Standortfaktoren F&E in % Lohnstückkosten Effektiver durchschn. des BIP Körperschaftsteuersatz 2003 2006 2003 2006 2003 2006 Österreich 2,23 2,45 0,70 0,71 28,01 21,36 Referenzwert 1,88 2,03 0,66 0,67 26,30 22,90 Q: OECD (2008), wiiw Annual Database für Osteuropa.

Demnach hat Österreich seine Position beim effektiven durchschnittlichen Körperschaftsteuersatz deutlich verbessert und liegt nun sogar unter dem Referenzwert im Jahr 2006. Die effektive Steuerbelastung liegt in Österreich nur noch 3 Prozentpunkte über dem Durchschnitt (18,5%) der vier berücksichtigten ostmitteleuropäischen Länder. Bei den Ausgaben für Forschung- und Entwicklung (in % des BIP) lag Österreich schon im Jahr 2003 über dem Durchschnitt und konnte sich noch verbessern. Der aktuelle Wert stieg auf 2,45% im Vergleich zum Referenzwert von1,88%. Bei den Lohnstückkosten konnte sich Österreich geringfügig verbessern.

Diese Änderungen dürften u. a. dazu beigetragen haben, dass die ausländischen Direktinvestitionen in Österreich in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnet haben. So sind seit dem Jahr 2003 28 Mrd. Euro in multinationale Unternehmen in Österreich geflossen.

Die Ergebnisse der Studie stützen sich auf eine umfangreiche Analyse der Bestimmungsgründe des Bestandes von ausländischen Direktinvestitionen in sechs "alten" EU-Mitgliedstaaten, der USA und vier ostmitteleuropäischen Ländern (Tschechien, Ungarn, USA, Slowakei und Slowenien) auf Branchenebene über dem Zeitraum 1995-2003. Von besonderem Interesse waren dabei jene Standortfaktoren, welche durch die Wirtschaftspolitik gestaltet werden können: Steuern, Ausgaben für Forschung und Entwicklung, Lohnstückkosten, der Anteil der geringqualifizierten Beschäftigten sowie gesetzliche und institutionelle Regelungen. Ausgehend von ökonometrischen Schätzungen lässt sich ein Potential an zusätzlichen ausländischen Direktinvestitionen für jeden Industriesektor eines Landes errechnen, unter der Annahme, dass eine "best-practice policy" umgesetzt wird. Dieses Potential an ausländischen Direktinvestitionen wird mit dem auf Basis des empirischen Modells und der tatsächlichen Ausprägungen der Standortfaktoren ermittelten Bestand an ausländischen Direktinvestitionen verglichen ("tatsächlicher Bestand"). Ein Vergleich von tatsächlichem und potentiellem Bestand zeigt die durch die Wirtschaftspolitik zu schließende Lücke an, die in Österreich ca. 2% des potentiellen Direktinvestitionsbestandes entspricht.

Für Österreich lässt sich festhalten, dass im Jahr 2003 gegenüber den USA und den alten EU-Ländern eine bessere Position bei den Lohnstückkosten bestand, bei Steuern, dem institutionellen Umfeld, sowie den Forschungs- und Entwicklungsausgaben die Position ähnlich war, jedoch der Anteil der unqualifizierten Beschäftigten höher war. Gegenüber den ostmitteleuropäischen Ländern wies Österreich 2003 eine schlechtere Position bei Lohnstückkosten und Steuern auf, hatte erwartungsgemäß aber eine wesentlich bessere Position bei den Forschungsausgaben.

Die Studie von Christian Bellak (WU Wien), Markus Leibrecht (WU Wien) und Robert Stehrer (wiiw): Policies to Attract Foreign Direct Investment: An Industry-level Analysis, (FIW-Studie Nr. 019, 42 Seiten) wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit im Rahmen des Kompetenzzentrums FIW (Forschungsschwerpunkt Internationale Wirtschaft) erstellt und kann kostenlos von der FIW-Homepage heruntergeladen werden:
http://www.ots.at/redirect.php?fiw

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Dr. Robert Stehrer
Tel. (1) 533 66 10/47, Robert.Stehrer@wiiw.ac.at

Dr. Christian Bellak
Tel.: (1) 31336/4505, bellak@wu-wien.ac.at

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