Michael Köhlmeier in "profil": FPÖ ist eine "antiparlamentarische Bewegung"

Der Schriftsteller kritisiert Werner Faymanns "Kotau" vor der "Kronen Zeitung" als "mehr als ungustiös"

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert der Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier die "antiparlamentarische Bewegung" der FPÖ: "Niemand glaubt ernsthaft, dass FPÖ-Mandatare die besseren Parlamentarier und Regierungsmitglieder sind - man erwartet von diesen Leuten, dass sie außerparlamentarisch agieren, das Parlament nicht ernst nehmen, die Gesprächskultur in diesem Gebäude als tatenloses Daherreden desavouieren. Diese Tendenz ist antidemokratischer, als die FPÖ allein von ihrem Programm her je sein könnte." Es sei ein Irrtum zu glauben, dass von der FPÖ konstruktive Politik erhofft werde - ersehnt werde Destruktives: "In Wahrheit wird von der FPÖ keine Politik erwartet, sondern Parlamentsfeindlichkeit."

Die Beteuerungen der Großparteien, nach der Wahl mit den Freiheitlichen unter Heinz-Christian Strache keine Koalition einzugehen, erscheinen dem Romancier glaubhaft: "ÖVP und SPÖ spüren, dass es sich bei der Strache-Partei um eine antiparlamentarische Bewegung handelt und nicht einfach um eine rechte Partei", sagt Köhlmeier gegenüber "profil". "Der Brandstifter möchte kein Zimmer beziehen im Haus des Biedermanns. Er will dessen Haus abbrennen. Werner Faymann hat sich gegen die FPÖ ausgesprochen wie vor ihm nur Franz Vranitzky. Eine Koalition mit der FPÖ wäre der Untergang der Sozialdemokratie in Österreich."

Den Brief des designierten SP-Parteichefs Faymann und Bundeskanzler Alfred Gusenbauer an den Herausgeber der "Kronen Zeitung", worin die Politiker die neue EU-Linie der SPÖ darlegten, bezeichnet Köhlmeier im "profil"-Interview als "mehr als ungustiös":
"Gusenbauers und Faymanns Kotau vor Dichand steht außerhalb jeder demokratischen Überlegung."

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