Hitze, Ozon, UV - der Job im Freien kann krank machen!

Bau- und Steinarbeiter sowie WLV besonders gefährdet

Wien (GBH/ÖGB) - Schönes, heißes Ferienwetter herrscht in diesen Tagen in Österreich vor - schön für alle, die Urlaub haben, aber gefährlich für jene, die tagtäglich im Freien arbeiten müssen. Besonders betroffen von Hitze, UV-Strahlung und Ozonbelastung sind die Bau- und Steinarbeiter sowie die Wildbach- und Lawinenverbauer, wie die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) betont.++++

Diese ArbeiterInnen müssen in der prallen Sonne Schwerarbeit leisten - ob sie wollen oder nicht. Sie müssen entgegen allen medizinischen Empfehlungen in der größten Hitze und bei Ozonbelastung arbeiten. Die Folgen sind nicht nur schwere Sonnenbrände, sondern auch schwere Erkrankungen bis zum Hautkrebs. Dazu kommen noch gesundheitliche Belastungen durch Ozon, Kreislaufbelastungen durch die Hitze und Schädigung der Augen durch UV-Strahlung. "Das haut den härtesten Bauarbeiter um", sagt Andreas Huss, Leitender Sekretär der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) und für Gesundheit und ArbeitnehmerInnenschutz zuständig.

"Gerade bei Schönwetter fallen die meisten Überstunden an, da bei sehr schlechtem Wetter oft nicht gearbeitet werden kann. Als `Draufgabe´ sind die ArbeiterInnen auch noch hohen Ozonkonzentrationen ausgesetzt - in einigen Gegenden Österreichs ist seit Tagen die Ozon-Informationsschwelle erreicht. Ich möchte wissen, ob die Arbeiter, die die heutige `Freudenmeldung´ der ASFINAG, die Bauarbeiten an der Praterbrücke seien im Rekordtempo abgeschlossen worden, erst ermöglicht haben, wenigstens in irgendeiner Form für ihre schwere Arbeit in praller Sonne ebenso wie in der Nacht und an Wochenenden bedankt werden!", sagt der Bundesvorsitzende der GBH Johann Holper.

Die GBH ist seit Jahren auf Baustellen unterwegs, um die Bauarbeiter zu informieren und sie mit Sonnencremen, Sonnenschutzkappen, -brillen und T-Shirts sowie Mineralwasser zu versorgen. Holper: "Im vergangenen Jahr konnte diese Initiative gemeinsam mit der AUVA durchgeführt werden: Bauarbeiter wurden nicht nur eine Saison lang mit Sonnencremen versorgt, es gab außerdem Dosimetermessungen und Vorträge, die viele Bauarbeiter für dieses wichtige Thema sensibilisieren konnten. Die Aktivitäten der GBH waren in der Vergangenheit ein Riesenerfolg und werden natürlich auch heuer weitergeführt."

Arbeitgeber sind gefordert

Auch die Arbeitgeber sind gefordert: Nach dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz und der Bauarbeiterschutzverordnung müssen sie dafür Sorge tragen, dass ihre ArbeiterInnen bestmöglich geschützt werden. Sonnenbrillen und Hautschutz gehören genau so zur persönlichen Schutzausrüstung wie Sicherheitsschuhe und Helme.

Huss: "Dazu brauchen wir aber auch längere Arbeitspausen bei hoher Ozonbelastung, wo möglich eine Beschattung der Arbeitsplätze und eine Verlagerung von Tätigkeiten weg von der Mittagshitze. Dazu fordert die GBH seit langem, die Belastungen durch Ozon, UV-Strahlung und Hitze in die Bestimmungen des Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetzes aufzunehmen. Ich lade alle politisch Verantwortlichen ein, einmal eine Baustelle im Sommer zu besuchen, um die Fülle an Belastungen, die die dort tätigen Menschen ertragen müssen, - neben der Hitze u. a. auch noch Lärm, Staub und Stress wegen unrealistisch gesetzter Bauzeiten - selbst zu erfahren. Vielleicht wird dann endlich gehandelt!"

Mehr Informationen zu den UV-Initiativen der GBH und Hintergrundinformationen finden Sie auf unserer Website www.bau-holz.at.

ÖGB, 31. Juli 2008 Nr. 448

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www.bau-holz.at

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