Pflegegeldanhebung: Molterer-Vorschlag nur teilweise akzeptabel

Samariterbund empfindet Anhebung unterhalb der Inflationsrate als Verhöhnung der Betroffenen

Wien (OTS) - Franz Schnabl, Präsident des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs, beobachtet die beginnende Ausgabe der "Wahlzuckerl" im Pflegebereich mit gemischten Gefühlen: "Einerseits freue ich mich, dass dieser wichtige Bereich offensichtlich eines der Hauptthemen im Wahlkampf sein wird, andererseits hoffe ich, dass den schönen Worten auch rasch Taten folgen - am besten noch vor der Wahl."

Die Vorschläge von ÖVP-Chef Molterer zur Anhebung des Pflegegeldes gehen Schnabl in einem wesentlichen Punkt jedenfalls nicht weit genug: Die in Aussicht gestellte Anhebung um drei Prozent für die ersten zwei Pflegestufen kann der ASBÖ-Präsident nicht als optimales Ergebnis akzeptieren: "Wer einen Teuerungsausgleich anstrebt und diesen in Teilbereich unterhalb der Inflationsrate ansetzt, verfehlt das Ziel", betont Schnabl. Laut Statistik Austria betrug die Inflationsrate für den Juni 3,9 Prozent - also 0,9% mehr als die von Molterer vorgeschlagene Pflegegelderhöhung. Europaweit liegt die Inflationsrate noch höher. Laut einer aktuellen Schätzung des EU-Statistikamts Eurostat beträgt sie derzeit 4,1 Prozent.

"Wenn den Menschen trotz einer Anhebung unterm Strich noch immer weniger übrig bleibt, kann man einfach nicht zufrieden sein. Auch die rund 190.000 Menschen, die in die ersten beiden Pflegestufen fallen, haben ein Anrecht auf eine Anhebung, die ihren Namen auch verdient. Immerhin sind das beinahe 50% aller Personen mit Pflegegeldanspruch in Österreich." Schnabl erwartet sich auch für diese große Gruppe eine Pflegegeldanhebung um mindestens 5 Prozent.

Seit 2007 fordert der Samariterbund anhand eines 10 Punkte-Programms "Neue Wege für die Pflege". Darunter fällt auch die Forderung nach einer "Kostentragung durch öffentliche Hand mit Selbstbehalten aus dem Einkommen" und eine "Volksfürsorgeversicherung"
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